Internetrecht

Live- Streaming von Fußballspielen über Meerkat und Periscope erlaubt?

Beliebte Sportevents sind mittlerweile häufig lediglich über Pay TV Sender zu verfolgen, die sich die exklusiven Rechte an der Übertragung sichern. Sportfans können aber mittlerweile darauf hoffen, dass die Zuschauer, die live beim Spiel oder Wettkampf dabei sind, mit Hilfe der Live-Streaming-Apps Meerkat und Periscope die Sportevents live im Internet übertragen. So kann jeder Internetnutzer kostenlos das Spiel verfolgen. Doch ist die Live-Übertragung der Sportevents erlaubt? Müssen Nutzer, die im Internet streamen mit rechtlichen Konsequenzen rechnen?

Wie funktionieren die Live Streaming-Apps?

Die Apps sind sowohl für Android, als auch für IOS erhältlich. Einmal eingeloggt, kann der Nutzer auf die Streams anderer Nutzer zugreifen oder selbst einen Stream starten. Ein simpler Knopfdruck genügt. Der größte Unterschied zwischen Periscope und Meerkat liegt in der Speicherdauer. Periscope speichert die Streams für 24 Stunden, während Meerkat die Streams grundsätzlich nicht speichert, außer der Nutzer aktiviert diese Funktion. Die Streams können jeweils von den Zuschauern kommentiert werden.

Dürfen die Zuschauer das Sporterlebnis mit den Internetnutzern teilen?

Die Übertragung eines sportlichen Ereignisses per Live-Streaming ist aus urheberrechtlichen Gesichtspunkten nicht verboten. Ein Fußball Spiel ist nämlich kein geschütztes Werk im Sinne des Urheberrechts. Anders wäre die Rechtslage aber beim Live-Streaming eines Konzerts beispielsweise. Problematisch ist allerdings, dass der Zuschauer hier in den meisten Fällen gegen das Hausrecht des Veranstalters verstoßen. Der Veranstalter könnte dem Nutzer ein Zutrittsverbot erteilen. Schließlich kommt auch ein Verstoß gegen die Ticket-AGB in Frage. Dann kämen noch zivilrechtliche Konsequenzen, wie Schadensersatzzahlungen in Betracht.

Dürfen Zuschauer auch den Kino-Besuch im Internet teilen?

Nein, hier gilt das Gleiche wie beim Konzert-Besuch. Sowohl Filme, als auch Musik gehören zu den urheberrechtlich geschützten Werken. Wer hier mit der Live-Streaming App den Kinofilm oder das Konzert ins Netz überträgt, macht sich strafbar. Es handelt sich hierbei nämlich um die rechtswidrige öffentliche Zugänglichmachung urheberrechtlich geschützter Werke. Die App Nutzer müssen mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen.

Riskieren die Konsumenten dieser Streams ebenfalls rechtliche Konsequenzen?

Nein, den Nutzern drohen keine rechtlichen Konsequenzen. Gesetzlich verboten ist nur die Verbreitung von rechtswidrig hergestellten Kopien urheberrechtlich geschützter Werke, nicht das Konsumieren. (JEB)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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