Internetrecht

Kinder von Oliver Kahn scheitern mit ihrer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg (EGMR) hat in seinem Urteil vom 17.03.2016 entschieden, dass die Rechte der zwei Kinder von Oliver Kahn durch die Veröffentlichung von Fotos durch den Burda Verlag nicht verletzt wurden.

Kinder von Oliver Kahn scheitern mit ihrer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte © ferkelraggae-Fotolia

Kinder von Oliver Kahn scheitern mit ihrer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte © ferkelraggae-Fotolia

Die zwei Kinder Katharina-Maria und David Kahn des Ex-Nationaltorwarts Oliver Kahn haben in einem Jahrelangen Rechtsstreit um die Veröffentlichung von Fotos geklagt. Die 1998 und 2003 geborenen Kinder sahen sich auf Grund der Veröffentlichung von Fotos durch den Burda-Verlag, zu dem das Magazin „Neue Woche“ und „Viel Spaß“ gehört, in ihrem Recht aus Artikel 8 EGMR auf Schutz des Privatlebens verletzt.

Die Aufnahmen, um die es sich handelt, sind Bilder auf denen die unkenntlich gemachten Kinder zusammen mit ihren Eltern zu sehen sind. Nach Angaben des Gerichts, sollen zwischen 2004 und 2009 immer wieder verschiedene Fotos der Kinder mit ihren Eltern, in Zusammenhang mit der Berichtserstattung über die Ehekrise und Scheidung der Eltern, veröffentlicht worden sein. Im Jahre  2005 wurde die Veröffentlichung von Bildern durch das Landgericht Hamburg untersagt.Nachdem erneut Aufnahmen der Kinder Veröffentlicht wurden, kam es zur Verurteilung des Burda -Verlags und zur Zahlung mehrerer Geldbußen in Höhe von insgesamt 55.000 Euro.

Die Kinder allerdings forderten zusätzlich eine Entschädigung in Höhe von 40.000 Euro und zogen bis vor den Bundesgerichtshof. Dieser wies die Klage mit der Begründung ab, dass die Gesichter der Kinder zwar auf Grund der Präsenz der Eltern abgelichtet wurden,diese jedoch auch unkenntlich waren und somit kein Grund vorliege, zu einer Gelstrafe zusätzlich noch eine Entschädigung zu verlangen.

Kein Verstoß gegen Artikel 8 EGMR

Die Richter des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrecht in Straßburg folgten der Ansicht der deutschen Gerichte und wiesen die Beschwerde von Katharina-Maria und David Kahn, mit derselben Begründung, dass die Gesichter der Kinder nicht zu erkennen waren, ab.     (LIA)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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