Internetrecht

Jugendschutzprogramme erfordern Aufklärungsarbeit

Mit der FSK.Online hat die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) bereits die FSK-Ausweitung auf den Online-Bereich anerkannt. Doch das Thema Jugendmedienschutz ist weiterhin ein aktuelles Thema. Bei einer Veranstaltung im Rahmen der Medientage München hat die KJM erneut die Relevanz von Jugendschutzprogrammen betont. Nachdem die KJM im Mai diesen Jahres ihre Anforderung zur Anerkennung von Jugendschutzprogrammen veröffentlicht hatte, konnte sie bereits die Programme vonJusProg e.V. und der Telekom AG als positiv bewerten.

Die Leiterin der KJM-Stabsstelle Verena Weigand sagte auf der Veranstaltung: „Ein Signal, das alle Beteiligten ein Stück weit unter Druck setzt. Denn in der Öffentlichkeit und auch in der Politik besteht nun eine gewisse Erwartungshaltung an die Funktionsfähigkeit und die baldige Weiterentwicklung der Schutzoption.“

Momentan funktionieren viele Jugendschutzprogrammen für den Online-Bereich noch nicht reibungslos, deswegen sei es an der Zeit, die Defizite zu erkennen und schleunigst zu beheben. Zudem müsse gerade bei Eltern und Erziehern für den Einsatz von solchen Jugendschutzprogrammen geworben werden.

Generell sollte die sichere Umsetzung und Anwendung des Jugendschutzes eine Selbstverständlichkeit sein. So sagte Cornelia Holsten, Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt und Mitglied der KJM: „Jugendschutzprogramme sollten nicht aus irgendeiner politischen oder rechtlichen Handlungspflicht heraus entstehen. Sie sollten aus einer Verantwortungshaltung heraus entstehen.“

Zudem forderte Holsten die Politik auf, das Vorhaben finanziell zu unterstützen, um anerkannte Jugendschutzprogramme „auch bewerben und damit nutzbar machen zu können.“ Auch Claus Grewenig, Geschäftsführer des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), sprach sich für den Jugendschutz aus, allerdings müsse er für die Anbieter machbar bleiben, so die Meldung der KJM.

Gabriele Schmeichel, Vorstandsvorsitzende der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) und Jugendschutzbeauftragte der Deutschen Telekom verwies darauf, dass das Jugendschutzprogramm der Telekom bis Ende des Jahres kommen würde und man nun beginnen müsse, dafür in der Öffentlichkeit eine positive Basis zu schaffen und die Akzeptanz zu fördern.

Für Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Medienpädagogik Bayern ist diese Problematik ebenfalls essentiell: „Die Herausforderung in Bezug auf Jugendschutzprogramme ist es, auch diejenigen Eltern zu erreichen, die sich nicht für das Thema interessieren.“

Darum müsse Aufklärungsarbeit geleistet und direkt an der Basis vermittelt werden. Denkbar seien Experten, die an Elternabenden Medienkompetenz an die Nutzer vermitteln, so Schneider. Denn, wie er betonte: „Das beste Jugendschutzprogramm nützt nichts, wenn es in der Praxis nicht verwendet wird.“

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.