Internetrecht

iPhone, iPad und Smartphone als neugierige Datenschnüffler

Nachdem bekannt geworden war, dass das iPhone und iPad Aufenthaltsdaten der Nutzer unbemerkt speichern, hat Apple inzwischen dazu eine interessante Stellungnahme abgegeben. Aber auch die Nutzer von einem Smartphone sollten aufpassen.

 

Heutzutage geben sich viele Nutzer nicht mehr mit einem gewöhnlichen Handy zufrieden, sondern bevorzugen aufgrund der zusätzlichen Funktionen ein iPhone, ein iPad oder ein Smartphone. Dies ist allerdings leider in Bezug auf den Datenschutz gar nicht so ungefährlich.

 

Vor einigen Tagen wurde darüber berichtet, dass das iPhone sowie das iPad dauerhaft die Standortdaten seines Nutzers innerhalb des Gerätes abspeichern soll. Dies gilt, soweit unter dem im Jahr 2010 eingeführten Betriebssystem iOS 4 laufen. Dies ist datenschutzrechtlich bedenklich, weil es heimlich geschieht und der Nutzer hierin nicht seine Einwilligung erteilt hat. Ein Hinweis darauf findet sich nur gut versteckt im Kleingedruckten der Datenschutzbestimmungen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Dritte unbefugt diese Daten analysieren und Bewegungsprofile erstellen. Besonders unverständlich ist, dass der Nutzer dies nach einem Bericht bei Spiegel online vom 26.04.2011 bislang nicht einmal durch das Deaktivieren des Ortungsdienstes verhindern kann.

Nachdem Datenschützer gegen diese Praxis auf die Barrikaden gegangen sind und eine gesetzliche Regelung fordern, möchte Apple diese Funktionen nunmehr nach einem Bericht bei Netzwelt vom 27.04.2011 sowie im Hamburger Abendblatt vom 28.04.2011 angeblich einschränken. Es soll sich bei der dauerhaften Speicherung sowie der nicht möglichen Deaktivierung um Programmierungsfehler handeln. Die Bewegungs-Daten sollen nur noch für eine Zeitdauer von höchstens 7 Tagen gespeichert werden.

Allerdings sollten auch die Benutzer eines Smartphone nicht allzu sorglos sein. Denn jedenfalls das Android-Smartphone legt nach einem Bericht bei android-News und bei Spiegel Online ebenfalls Bewegungsdaten in einem Zwischenspeicher ab. Dies soll aber nur dann geschehen, wenn der Nutzer dem bei der ersten Einrichtung zugestimmt hat. Darüber hinaus lässt sich diese Funktion deaktivieren. Tipps dazu gibt es auch von dem Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar.

 

 

Weitere Infos:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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