Internetrecht

Großbritannien: Porno-Filter werden zur Pflicht für Provider

Ab dem Ende des Jahres 2013 sollen in Großbritannien pornografische Angebote durch die Internet-Provider aus dem Netz gefiltert werden. Dabei wird von der Regierung erwartet, dass die Internet-Provider spezielle Filtertechnik nutzen, so Wired UK. Die Internetnutzer müssten dann die Filter zunächst ausschalten, um an das gewünschte Bild- und Videomaterial zu gelangen. Hiervon sind sowohl heimische Internetanschlüsse als auch öffentlich WLAN-Hotspots betroffen. Bei Letzterem sind die Betreiber zukünftig in der Pflicht, die Porno-Filter eingeschaltet zu lassen.

Porno-Filter sind in Großbritannien bald Pflicht © ferkelraggae-Fotolia

Porno-Filter sind in Großbritannien bald Pflicht © ferkelraggae-Fotolia

Porno-Filter dient dem Jungendschutz im Internet

Das Ziel der britischen Regierung ist es, alle öffentlich zugänglichen W-LAN-Hotspots von pornografischen Inhalten zu befreien. Claire Perry, Beraterin des britischen Premierministers David Cameron erklärte gegenüber Wired, dass die Porno-Filter den Jugendschutz im Internet vereinfachen. Darüber hinaus sei auch eine automatische Reaktivierung des Filters geplant. Wenn ein Nutzer am Abend den Filter ausschaltet, so wird er am nächsten Tag wieder aktiv. Die Kunden können sich jedoch, wenn der Status des Filters geändert wird, per E-Mail benachrichtigen lassen.

Kein lückenloser Schutz durch die Porno-Sperre

Die geplante Porno-Sperre wird dennoch keinen lückenlosen Schutz bieten können, da nur die Angebote gefiltert werden, die auf einer Sperrliste verzeichnet sind. Dabei kann diese nicht alle Pornoseiten enthalten. Peer-to-Peer-Netzwerke, Bilderdienste wie Imgur und Blogs wie Tumblr sind ebenfalls nicht erfasst.

Im Jahr 2011 hatten britische Provider bereits eine freiwillige Blockade von Pornografie angeboten. Diese wurde jedoch lediglich vereinzelt durchgesetzt. Nun sollen die Sperr-Pläne der Regierung also alle Provider in Großbritannien verpflichten.

 

 

Felix Rüther ist für die Prozessführung in den Streitigkeiten zuständig, die einen Bezug zum Internetrecht haben. Er war 2012 im sogenannten Morpheus-Verfahren vor dem BGH beteiligt, bei dem die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE einen entscheidenden Sieg gegenüber der Abmahnindustrie errungen hat.

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