Internetrecht

Greenpeace: Apple, Amazon und Microsoft sind „dreckige“ Firmen

Das Wachstum von Cloud Computing führe zu steigendem Bedarf an Kohle- und Atomstrom, so eine neue Greenpeace-Studie. Allen voran seien Amazon, Apple und Microsoft Verursacher dieser Nachfrage an „dreckigem“ Strom.

Apple soll zum Beispiel mehr als die Hälfte seines Energiebedarfs für die Cloud mit Kohlestrom, weitere 27 Prozent mit Atomstrom decken. Gerald Neubauer, Energieexperte bei Greenpeace kritisiert, dass profitable Unternehmen wie Apple, Amazon und Microsoft auf dreckigen Strom, statt auf erneuerbare Energien setzen. Neubauer ist der Meinung, dass sich Kunden sehr wohl für den Energieverbrauch eines Konzerns interessieren.

Stromverbrauch wie 250.000 Haushalte

So verbrauchen manche Cloud-Rechenzentren so viel Energie wie 250.000 europäische Haushalte. Greenpeace errechnet dass, wenn die Cloud ein Land wäre, sie den weltweit fünfthöchsten Energieverbrauch hätte. Der Verbrauch werde sich laut Berechnungen bis 2020 verdreifachen. Schuld sei der Gebrauch von veralteten Energien. „Dinosaurier-Strom passt nicht zu angeblich innovativen Unternehmen“, erklärt Neubauer.

Es geht auch „sauber“

Es geht nämlich auch anders. Google, Yahoo und Facebook nutzen erneuerbare Energien für ihre Cloud-Rechenzentren. Und sind – was den Energiehaushalt betrifft – „saubere“ Unternehmen. Hier wird in Energieeffizienz investiert und sich für den Ausbau von Ökostrom eingesetzt.

Greenpeace fordert nun alle IT-Unternehmen auf, ihren Energieverbrauch und Kohlenstoffdioxid-Ausstoß offen zu legen. Aber auch Nutzer der Elektronik können helfen, den Energieverbrauch zu mindern: Nach Berechnungen des Öko-Instituts kann die Stromerzeugung von zwei mittelgroßen Kernkraftwerken durch energieeffizientere Notebooks, PCs und Bildschirme eingespart werden.

Apple will auf erneuerbare Energien umrüsten

Das Unternehmen Apple zeige nach eigenen Angaben großes Interesse an erneuerbaren Energien und werde sein Rechenzentrum in unmittelbarer Nähe eines Solarkraftwerks ansiedeln wollen. Laut seinem Umwelt-Jahresbericht werden die Standorte in Austin, Elk Grove und im irischen Cork bereits mit 100 Prozent erneuerbaren Energien versorgt.

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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