Internetrecht

Google Löschungsformular: 12.000 Anträge an einem Tag

Am Freitag haben wir bereits darüber berichtet, dass Google nun ein Online-Formular veröffentlicht hat, worüber Betroffene Löschanträge stellen können. Bereits am ersten Tag haben 12.000 Europäer von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Dies beweist wie groß die Nachfrage ist und es wird immer spannender zu sehen, wie Google mit dieser Flut an Löschungsanträgen umgehen wird.

 

Ausweiskopie nicht notwendig

Das Google Online-Formular steht nun seit drei Tagen zur Verfügung und ist bereits einmal korrigiert worden. Betroffene müssen sich nicht mehr über eine Kopie ihres Ausweises identifizieren. Datenschützer hatten diese Praxis kritisiert, da nicht-öffentliche Stellen nicht befugt sind, Ausweiskopien zu speichern. Nun reicht für die Antragstellung irgendein Dokument zur Identifikation.

Links werden im europäischen Raum ausgeblendet

Über das Formular müssen Betroffene genau angeben, welche Links gelöscht werden sollen und für jeden einzelnen Link eine gesonderte Erklärung abgeben, weshalb der Link nicht mehr auffindbar sein soll. Ist der Antrag erfolgreich, werden die Links im europäischen Raum ausgeblendet. Andere Nutzer erkennen dies an einem entsprechenden Hinweis, wenn sie eine Personensuche durchführen. Viele Nutzer fragen sich zudem, ob Google auch die Links löschen muss, die über google.com auffindbar sind. Rechtsanwalt Christian Solmecke meint: Ja, auch die Links, die über google.com auffindbar sind müssen gelöscht werden. Zumindest dann, wenn google.com sich mit Adwords Anzeigen an den deutschen Markt richtet“. Es gibt offensichtlich noch einige Details, die im Rahmen der Löschansprüche nicht geklärt sind. Es bleibt abzuwarten in welchem Umfang und auf welche Weise Google den Löschanträgen nachkommt.

Google Transparenzbericht erwartet

In Zukunft will Google öffentlich machen, wie viele Löschanträge insgesamt eingegangen sind und wie viele Links gelöscht wurden.

Der EuGH hat vor zwei Wochen entschieden, dass der Suchmaschinenbetreiber Google zur Löschung von Inhalten aus Gründen des Datenschutzes verpflichtet werden kann und damit ein “Recht auf Vergessenwerden” bejaht. Betroffene können sich seit dem Urteil dagegen wehren, dass über eine einfache Google Suche komplexe Persönlichkeitsprofile gebildet werden und die Löschung der Links beantragen, die personenbezogene Daten enthalten.

 

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×