Internetrecht

Google: 2014 gab es so viele Löschanträge wie nie zuvor

Google hat voriges Jahr 345 Millionen Löschanträge von Rechteinhabern wegen Urheberrechtsverstößen  bekommen.  Im Vergleich zu 2013 steigerten sich die Anfragen um 75 Prozent. Ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Google: 2014 gab es so viele Löschanträge wie nie zuvor ©-cirquedesprit-Fotolia

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Genauer gesagt, handelt es sich bei Google um 345.169.134  Anfragen, von Rechteinhabern die ihre Links aus dem Suchindex wegen Urheberrechtlich geschützten Inhalts entfernt wissen wollen. So viele waren es bisher noch nie. Im Vergleich gab es 2008 gerade mal 62 Löschanträge.

Die meisten Anfragen resultieren aus der Musik- und Pornoindustrie. So richteten sich die meisten Ersuche 2014 gegen Google URLs, die zu illegalen Downloads oder Online-Streams führen. Denn desto einfacher der Datenaustausch über Plattformen wie Kinox.to oder Megaupload  wird, desto stärker verbreiten sich die Inhalte. Allein die Domains 4shared.com, rapidgator.net und uploaded.net verweisen auf über fünf Millionen Links. Der Verband der britischen Musikindustrie BPI war die Vereinigung von Rechteinhabern, die mit über 60 Millionen aufgelisteten Links die meisten Löschbegehren gestellt hat.

Google Löschung

Auf Antrag löscht Google die Links in der Regel aus seinem Suchindex. Webseitenbetreiber oder andere betroffene müssen nachweisen können, dass sie keine Urheberrechte verletzt haben. Dies muss mehr oder weniger offensichtlich sein, sonst aber folgt Google dem Löschantrag.

Recht auf Vergessen

Seit Mitte letzten Jahres gibt es auch ca. 145.000 Löschungsanträge die sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs stützen. Dabei handelt es sich um Einträge im Netzt die zwar nicht Illegal, dafür aber rufschädigend sind also solche die dem  sogenannten „Recht auf Vergessen“ unterliegen. Hierbei werden die Inhalte nur dann gelöscht, wenn sie keinen Sinnvollen Mehrwert darstellen oder beleidigend sind. Eine schlechte Bewertung oder ein schlechter Bericht über eine Person oder einem Unternehmen ist nur schwer aus dem Netz zu bekommen. Hier ist die Rechtslage immer noch deutlich schwieriger zu beurteilen als im Urheberrecht.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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