Internetrecht

Gesichtserkennung bei Facebook: Datenschutz wird nicht ernstgenommen

Facebook ist schon mehrfach von Datenschützern kritisiert worden. Doch diese wird konsequent ignoriert. Jetzt wird auch noch in zahlreichern Ländern – darunter auch Deutschland – eine automatische Gesichtserkennung eingeführt. Was der betroffene Nutzer dagegen unternehmen kann.


Die Gesichtserkennung bei dem sozialen Netzwerk Facebook funktioniert folgendermaßen: Soweit ein Nutzer ein Foto lädt und die Software die Person zu erkennen glaubt, werden Namen vorgeschlagen. Diese können dann vom Nutzer markiert werden. Diese Funktion gibt es bereits schon längere Zeit in den USA. Jetzt wurde sie auch in vielen anderen Staaten wie Deutschland eingeführt.

 

Das Ärgerliche daran ist, dass Facebook seine Nutzer nicht gefragt hat, ob sie auf einer solchen Vorschlagsliste aufgeführt werden möchten. Ganz im Gegenteil: Die Nutzer wurden darüber nicht einmal informiert. Und genau das wird jetzt von Datenschützern angeprangert. Diese fordern zu Recht, dass das Einverständnis der Nutzer eingeholt werden muss. Überdies birgt die damit verbundene Kritik Sammlung von biometrischen Daten hohe Risiken. Was wäre beispielsweise, wenn Facebook das Opfer eines Hackerangriffes wird?

 

Kritik erfolgt dabei nicht nur von dem Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar, sondern auch seitens der Europäischen Union. Diese möchte nach einem Beitrag auf dem Portal ZDNet vom 09.06.2011 dagegen eine Untersuchung einleiten.

 

Doch als Nutzer können Sie sich gegen diese Bevormundung von Facebook wehren. Sie müssen diese Funktion lediglich deaktivieren. Hierzu müssen Sie unter „Konto“, „Privatsphäre-Einstellungen“ und „Benutzerdefinierte Einstellungen“ die Option „Freunden Fotos von mir vorschlagen“ sperren.

 

Quellen:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (4)

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  1. Tom Siegmund sagt:

    Auch ohne die Automatik würden irgendwann ganz viele makiert sein.
    Ist doch alles sehr gehyped, warum nicht mal den Lesern die Medienkompetenz beizubringen, mit deren Fähigkeit ich selber richtig mit solchen Funktionen umgehen kann und sie bewerten kann?!
    Mehr dazu in meinem Beitrag dazu lesen https://weberklaerer.wordpress.com/2011/06/09/soziales-netz-leben-an-sich-am-bsp-facebooks-automatischer-gesichtserkennung

  2. Patrick sagt:

    zu recht?
    Hallo, dieses Feature wollte von 95% der Facebook Nutzer haben, die restlichen 5% sind prüde und einfallslose leute, wo kein sinn für funktionalität haben!

    Diese sollten lieber den stecker ziehen, und in der Offline Welt bleiben!

    p.s. es wäre eine bevormundung gegen die User, wenn man diese OPTION nicht deaktivieren könnte, was man aber kann, also ist der Schaden ja wohl halb so wild, aber wie gesagt, prüde ohne ende!

  3. Nicklas sagt:

    Die Überschrift ist sehr euphemistisch formuliert – Facebook ist Datenschutz schlicht egal, nicht weil er nicht ernst genommen wird, sondern weil er im Weg steht an die guten Daten zu kommen. Langsam denke ich, dass das Netzwerk nur zu diesem Zwecke existiert.

  4. […] Facebooks Gesichtserkennung | Internet | News | ZDNet.de Und was man dagegen unternehmen kann: Gesichtserkennung bei Facebook: Datenschutz wird nicht ernstgenommen Internet-Law Ist die Gesichtserkennung von Facebook datenschutzwidrig? __________________ […]

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