Internetrecht

Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU)

Die GVU als Wächter des Urheberrechts

Die GVU ist eine seit langem anerkannte Organisation, die für Unternehmen und Verbände der Film-, Musik- und Spieleindustrie Urheberrechtsverletzungen ermittelt und an die Strafverfolgungsbehörden anzeigt. Sie hat ihren Sitz in Berlin und existiert seit dem Jahre 1984.Die GVU versucht die illegale Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material zu stoppen. Dazu gehören Illegale Software-Kopien, abgefilmte Spielfilme und gecrackte Musik-CDs. Ihr primäres Angriffsziel sind nicht die Endnutzer, sondern die direkten Verantwortlichen. Ziel ist es die Quellen, die für die Verbreitung verantwortlich sind zu stoppen und den wirtschaftlichen Schaden der Unterhaltungsindustrie einzudämmen. Auf diese Weise wird die Verfügbarkeit des illegalen Materials gebremst und eine qualitative Verschlechterung des noch angebotenen Materials herbeigeführt. Die GVU steht den Strafverfolgungsbehörden auch im weiteren Verlauf eines Verfahrens bei und hilft bei rechtlichen und technischen Fragen. Beratend steht sie auch ihren Mitgliedern zur Seite und hilft Sicherheitslücken bei der Produktion zu schließen. Zusätzlich wird die GVU präventiv aktiv und klärt die Öffentlichkeit über urheberrechtliche Probleme in Seminaren und Vorträgen auf. Die GVU ist zudem in das weltweite „Antipiracy-Netzwerk“ der Motion Picture Association (MPA) eingebunden. So kann die Organisation auch international agieren. In Zusammenarbeit mit den Zollbehörden verhindert sie die Einfuhr oder Weitersendung von illegalem Material.

Die GVU ermittelt an der Quelle

Die GVU ist sehr präsent und aktiv, wenn es um die Ausschaltung der Quellen von Urheberrechtsverletzungen geht. Erst kürzlich hatten Mitarbeiter der GVU die Polizei alarmiert, nachdem sie eine Frau beim Abfilmen in einem Mannheimer Kino beobachtet hatten. Wir berichteten über den Fall. Die GVU hat auch die Polizei dabei unterstützt das illegale und sehr beliebte Videoportal kino.to abzuschalten. Jeder, der potentiell an der Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material beteiligt sein könnte, kann in das Visier der GVU geraten. Einer unserer Mandanten beispielsweise war Mitglied in einem Forum, wo nachweislich sogenannte Release Gruppen aktiv sind. Release Gruppen laden die fertigen Raubkopien auf eigenen Server hoch und machen diese für professionelle Uploader zur Weiterverbreitung zugänglich. Unser Mandant war selbst nicht am Upload und Austausch der Raubkopien beteiligt, wurde aber dennoch von der GVU angezeigt. Auch Nutzer von Netzwerken wie Usenet, wo bekanntermaßen viel urheberrechtswidriges Material im Umlauf ist, stehen unter verstärkter Beobachtung.

Eine Anzeige von der GVU sollten Sie ernst nehmen

Wenn man von der GVU im Namen ihrer Mitglieder angezeigt wird, sollte man entsprechend alarmiert sein. Die Staatsanwaltschaft vertraut zunächst fast blind auf die Expertise der Gesellschaft und auf das Ergebnis ihrer Ermittlungen. Die GVU ermittelt jedoch sehr einseitig, sodass in vielen Fällen eine gute rechtliche Beratung von großem Nutzen ist. Ein spezialisierter Anwalt kann die Rechtslage in vielen Fällen noch zugunsten des Betroffenen positiv beeinflussen. Unsere qualifizierten Anwälte stehen Ihnen bei Bedarf jederzeit beratend zur Verfügung.

Achtung: Die GVU verschickt keine Abmahnungen

Die GVU geht selbst nie zivilrechtlich gegen einzelne Nutzer vor und verschickt auch keine Abmahnungen. Dies ist gerade im Zusammenhang mit einem aktuellen Trojaner Virus eine wichtige Information. Der sogenannte „GVU Trojaner“, der unter dem fehlerhaften Namen „Gesellschaft zur Verfügung von Urheberrechtsverletzungen“ im Umlauf ist, hat nichts mit der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen zu tun. Nähere Informationen zum GVU Trojaner erhalten Sie unter folgenden Link.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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