Internetrecht

Geschwindigkeitsmessungen mit ProVida häufig fehlerhaft – Wie Betroffene gegen den Bußgeldbescheid vorgehen können

Ein Motorradfahrer bekam nach einer vermeintlichen Geschwindigkeitsüberschreitung in Höhe von 78 km/h ein Bußgeldbescheid in Höhe von 1263,50 und ein dreimonatiges Fahrverbot. Im Gerichtsverfahren wurde jedoch durch ein Sachverständigengutachten festgestellt, dass der Motorradfahrer höchstens 28 km/h zu schnell gefahren war. Den Polizisten war hier ein grober Messfehler unterlaufen.

Solche Fälle sind leider keine Ausnahme, wenn die Messung mit dem Geschwindigkeitsmessgerät ProVida 2000 Modular durchgeführt wird. Das ProViDa Videoverkehrsüberwachungssystem, dass auch unter dem Namen Police-Pilot bekannt ist, misst die vom Polizeifahrzeug zurückgelegte Strecke anhand der Radumdrehungen und der geeichten Geschwindigkeit des Polizeiwagens und fügt diese Informationen in die Videoaufzeichnung ein.

Eine gängige Methode der Geschwindigkeitsmessung mit ProVida ist folgende: Das Polizeifahrzeug fährt mit konstantem Abstand dem überwachten Fahrzeug hinterher oder voraus. Wenn sich der Abstand nicht ändert, entspricht die Geschwindigkeit des Polizeiwagens der des überwachten Fahrzeugs. Eine zuverlässige Messung ist bei einer Strecke unter 100 m nicht möglich. Die optimale Messstrecke beträgt 300 – 500 m. Entscheidend ist immer der konstante Abstand.

50 km/h zu viel berechnet durch ProVida Messverfahren

Bereits geringe Abweichungen können die Messergebnisse verfälschen. Das passiert sehr häufig. Im Fall des Motorradfahrers wurde festgestellt, dass sich der Abstand zwischen dem Polizeifahrzeug und dem Motorrad erheblich reduzierte und die Polizei somit eine deutlich höhere Geschwindigkeit als der Betroffene aufwies. Der Gutachter kam zu dem Schluss, dass hier 50 km/h mehr berechnet wurden. Ein Messfehler, der sich für den Betroffenen als fatal erweisen kann.

Überprüfung der Messergebnisse lohnt sich

Der Fall zeigt, dass sich eine Verteidigung gegen einen Bußgeldbescheid häufig lohnen kann. In nicht wenigen Fällen können Messfehler nachgewiesen werden, die unter Umständen zur Einstellung des Verfahrens führen. Eine hohe Fehlerquote besteht insbesondere bei der Messung mit dem Geschwindigkeitsmessgerät ProVida.

Zögern Sie nicht uns nach Erhalt eines Bußgeldbescheides für eine kostenlose Erstberatung zu kontaktieren. Wir sind bundesweit unter der Rufnummer 0221 / 9688 8154 84 für Sie erreichbar.

 

 

Saskia Ratz arbeitet seit 2012 in freier Mitarbeit für die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE mit Schwerpunkt Verkehr- und Strafrecht.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×