Internetrecht

Gekaufte Likes: 1000 Facebook Freunde für kleines Geld!

Immer wieder wird der Zukauf von Facebook-Freunden und -Likes sowie Twitter-Followern zum Thema. Nicht zuletzt durch den Anstieg um 5000 Followern innerhalb von drei Tagen beim Twitter-Account der CDU.


Unternehmen können auf Webseiten wie bspw. „Fandealer“ sogenannte Likes für Ihre Unternehmensseite auf Facebook kaufen. Der Facebook-User kann über dieselbe Webseite dann die Unternehmensseite liken und erhält dadurch eine Gutschrift von wenigen Cents. Somit hat das Unternehmes zwar keine Fake-Accounts gekauft, die produktive Nutzung hingegen ist allerdings fraglich. Das von Unternehmen aufgeführte Argument für den Kauf solcher Likes ist die Hoffnung, dass durch die breitere Aufstellung Likes von echten Fans hinzukommen.

 

Rechtlich bewegen sich die Anbieter der „falschen Freunde“ in einer rechtlichen Grauzone. Grundsätzlich darf Facebook selbst festlegen, in welcher Form sich die Benutzer in dem Netzwerk bewegen. Würde die Bedeutung des Like-Buttons allerdings rechtlich bspw. als positive Bewertung festgelegt, so müssten die Verkäufe der Likes als Wettbewerbsverstoß im Sinne von Schleichwerbung geahndet werden.

 

Follower bei Twitter lassen sich über ähnliche Geschäftsmodelle erwerben. Einigen Politikern sagen die User der sozialen Netzwerke Popularitätsausbrüche durch dubiose Methoden nach. Wie z.B. der CDU. Deren Account hatte innerhalb von drei Tagen einen sprunghaften Anstieg um 5000 Follower und lagen somit, der Followeranzahl nach, nicht mehr hinter der SPD. Die CDU dementierte die Vorwürfe der gekauften Follower und vermutet hinter dem plötzlichen Anstieg einen „Spender“.

 

Letzten Endes muss man allerdings feststellen, dass die gekauften Follower lediglich die Statistik in die Höhe treiben, aber keinen produktiven Mehrwert bieten. Eigentlich eher im Gegenteil. Zudem besteht das Risiko, dass die Benutzer des Netzwerks die sprunghaften Anstiege feststellen und somit mit Häme auf den jeweiligen Twitter- oder Facebook-Account reagieren.

 

Sicherlich sind die folgenden Links interessant:

Facebook will Fake-Likes unterbinden

Schleichwerbung in Bloggerszene durch gekaufte Links

LG Hamburg zur Zulässigkeit von Schleichwerbung in einem Blog

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (12)

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  1. Taumel sagt:

    Frag mich sowieso, was dieser Schwachsinn soll? Da wird windigen Typen Geld in die Taschen gespült, mehr nicht. Was interessiert mich zb. ob eine Partei 75.000 Likes hat, wenn ich kein Wähler von denen bin? Aber manche haben anscheinend zuviel Geld…

  2. Sandra74 sagt:

    Nabend! Ich hätte mal eine weitergehende Frage zu Thema. Vielleicht kann die ja jemand beantworten. Mal angenommen man wertet das Vergeben eines Gefällt mir Klicks auf einer Facebook Fan-Seite als positive Bewertung. Wer trägt dann die rechtlichen Konsequenzen, Portale wie http://www.fandealer.net/ oder diejenigen die Facebook Fans kaufen? Korrigiert mich wenn ich falsch liege. Aus wettbewerbsrechtlicher Sicht verschafft sich doch eigentlich nur derjenige einen Vorteil der Fans kauft. Der Anbieter wäre doch dann somit fein raus aus der Geschichte, oder?

  3. Simon sagt:

    Guten Tag! Ich nutze das Portal http://www.facebooktausch24.de um Likes zu vergeben und Geld zu verdienen. Aber ich denke nur dass ich likes vergebe, bewerte ich die Seite nicht als positiv. ich will ja nur das geld und ein freund bin ich dadurch auch nicht, sondern wenn überhaut nur ein fan! Und für die unternehmen oder seiten ist es doch super. Die haben mehr likes und können damit werben oder es anders nutzen und newsletter schreiben oder so. Und es gab sogar schon zwei drei Seiten die ich interessant fand. vor allem die Witzseiten 😀

  4. Gabriel sagt:

    Ich will ja keinem was unterstellen aber wie funktioniert es, dass man am 21.10.2012 ganze 19 Likes hat und am 28.10.2012 ganz plötzlich 460 Likes?

    Die Frage hab ich mir gerade bei Tirendo gestellt.

  5. Dirk Kühs sagt:

    Hallo!

    Ich habe mir gerade mal diesen Artikel durchgelesen, die Kommentare dazu und auch das Video angesehen. Grundsätzlich sehr interessant. Auch fällt auf, dass das Thema „Fans kaufen“ von der Presse in letzter Zeit immer öfter aufgewirbelt wird. Auf der einen Seite kann ich die Empörung vollkommen nachvollziehen. Aber warum werden in der Sache zu 99,9% IMMER NUR negative Dinge gesehen.

    Beste Grüße,
    Dirk

  6. Adrian sagt:

    Hier ist ein sehr interessanter Beitrag über den Admin von Fandealer: http://www.ptc-tests.de/fand-der-anbieter-dessen-name-nicht-genannt-werden-darf

    Dieser verschickt in letzter Zeit nämlich sehr gern haltlose Abmahnungen an kleinere Blogger.

  7. Denis sagt:

    Mittlerweile sind tatsächlich sehr viele Facebook-Likes gefaket bzw. gekauft. Als Marke oder Unternehmen, hat man heutzutage eigentlich auch keine andere Chance als da mit zu machen, sonst geht man unter.

    Würde es keine gekauften Likes, Bewertungen und Kommentare geben, dann wäre die deutsche Wirtschaft weitaus entspannter, der Druck ist jedoch der Grund warum manche sich dennoch auf solche Mittel einlassen. Ich kann beide Seiten verstehen.

  8. Der Zukauf von „Likes“ macht durchaus sehr viel Sinn. Facebook zeigt nämlich häufig mit „Like“ versehen Einträge deutlich öfter an als solche mit wenigen oder keinem „Like“. Damit ich kann also mit gekauften „Likes“ mehr Präsenz erzeugen und die Chance auf echte „Likes“ erhöhen.

    Wie sehr Facebook dazu Gegenstrategien entwickelt, das ist noch unbekannt. Letztendlich sind wir als User aber von Facebook als Filter abhängig.

  9. My Top Fans sagt:

    Super! Video ist sehr interessant) Danke!

  10. Ale sagt:

    Ich sehe immer wieder nicht nur FB-Likes sondern auch sehr viele Facebook-Kommentare, die mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht der Wahrheit entsprechend und sicherlich gefaket sind.

    Klar, ist es eine bedeutende Strategie um die Conversion einer Verkaufs-Webseite massiv steigern (über 200%), doch ich persönlich finde es schade, dass solche Techniken angewendet werden und die Besucher bewusst manipuliert werden.

    Natürlich kann ich auch verstehen, dass nicht nur White- oder Black-Hat sondern halt auch Grey-Hat Techniken angewenden werden um im sich mit seinen Produkten im hartumkämpften Markt durchzusetzen und sich von den Mitbewerben abzuheben.

  11. Lustig sagt:

    Wirklich lustig wie Sie alle gegen den Kauf von Likes sind. Aber fleissig Backlinks kaufen, gell? Immer diese Leute die sich alles zurecht liegen wie Sie es gerne hätten lach 🙂

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