Internetrecht

Jugendschutz.net: Facebook gefährdet den Jugendschutz

Aus dem Jahresbericht der Organisation Jugendschutz.net geht hervor, dass im Internet insbesondere soziale Netzwerke eine Gefahr für den Jugendschutz darstellen. Allen voran steht der Marktführer Facebook. Die Konfigurationen von Facebook reichen demnach nicht aus, um den Jugendlichen Sicherheit zu gewährleisten.

Gefährdung Jugendschutz durch FacebookBildnachweis: Facebook Like Button / FindYourSearch / CC BY 2.0 /Some rights reserved

Essstörung, Kinderpornografie und Rechtsextremismus

Die Organisation Jugendschutz.net kontrollierte im letzten Jahr 50.000 Angebote im Internet, darunter 20.000 klassische Webseiten und 20.000 Fanseiten in sozialen Netzwerken. Dabei wurden in den sozialen Netzwerken wesentlich häufiger Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz registriert. Waren es bei klassischen Webseiten mehr als 3.400, so fanden die Jugendschützer im Web 2.0 rund 6.650 Verstöße. Vor allem Webseiten, die Jugendliche zu Essstörungen animieren und kinderpornografische Seiten seien wachsend in Umlauf, so die Organisation. Zusätzlich hat sich die Anzahl der rechtsextremistischen Inhalte verschärft. Neonazis betreiben auf Facebook, Youtube und Twitter aktive Propaganda.

 

Vor allem in sozialen Netzwerken stünden problematische Inhalte an der Tagesordnung. Durch die Verdrängung der deutschen sozialen Plattformen von Marktriesen wie Facebook  „werden in Deutschland erreichte Standards zunehmend obsolet“, so die Experten.  Hier fordern die Jugendschützer ein besseres Beschwerdemanagement, das schneller auf problematische Inhalte reagiert.

 

Jugendliche immer online

Durch Smartphone, Tablets & Co seien Kinder und Jugendliche ständig online und hätten teilweise ungeschützten Zugriff auf gefährdende Inhalte auch aus dem Ausland. Die Kontrolle bei Apps lässt noch zu wünschen übrig, außerdem gäbe es derzeit keine ausreichenden Schutzlösungen für die mobilen Geräte.

 

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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