Foto- und Bildrecht

Veröffentlichung von Video eines bewusstlosen Unfallopfers unzulässig

Die Veröffentlichung eines Videos im Internet, das die Körperteile ein bewusstloses Unfallopfer zeigt, ist unzulässig. So entschied am 10.07.2014 das LG Essen (Az.: 4 O 157/14).

eröffentlichung von Video eines bewusstlosen Unfallopfers unzulässig©-Thomas-Jansa-Fotolia

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Unfallopfer-Video: Verstoß gegen § 22 S. 1 KUG

Die Unzulässigkeit ergibt sich aus einer möglichen Erkennbarkeit des Opfers, auch wenn lediglich einzelne Körperteile zu sehen sind. Faktoren, die im Rahmen einer Gesamtschau zu berücksichtigen sind insbesondere, wenn das Kfz-Zeichen in dem Video sichtbar wird, es sich um einen seltenen Fahrzeugtyp handelt oder in dem Begleittext das Alter und der Wohnort des Unfallopfers genannt sind. Wird darüber hinaus keine Einwilligung der abgelichteten Personen eingeholt, liegt ein Verstoß gegen § 22 S. 1 KUG vor. Da vorliegend das abgelichtete Unfallopfer bewusstlos war, konnte eine entsprechende Einwilligung nicht eingeholt werden.
Außerdem, so das LG Essen, bestehe ein überwiegendes öffentliches Interesse an einem nur lokal bedeutsamen Verkehrsgeschehen regelmäßig nicht, sodass die Veröffentlichung insgesamt nicht zu rechtfertigen sei.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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