Foto- und Bildrecht

Urheberbenennung bei Online-Fotos durch Mouseover-Effekt kann Urheberrechtsverletzung sein

Wer fremde Fotos ins Internet stellt und nur im Wege des sogenannten Mouseover-Effektes auf den Urheber des Bildes hinweist, muss häufig mit einer teuren Abmahnung rechnen. Das Amtsgericht Düsseldorf hat hier kürzlich eine Urheberrechtsverletzung wegen fehlender Urheberbenennung bejaht und dem Rechteinhaber Schadensersatz zugesprochen.

 

Urheberbenennung bei Online-Fotos durch Mouseover-Effekt kann Urheberrechtsverletzung sein ©2006-James-Steidl-James-Group-Studios-inc.-Fotolia.com-Fotolia_2097970_XS.jpg

Urheberbenennung bei Online-Fotos durch Mouseover-Effekt kann Urheberrechtsverletzung sein ©2006-James-Steidl-James-Group-Studios-inc.-Fotolia.com-Fotolia_2097970_XS.jpg

Vorliegend hatte eine Gesellschaft bürgerlichen Rechtes (GBR) ein fremdes Foto auf ihrer Homepage veröffentlicht. Der Name des Urhebers wurde nur dann angezeigt, wenn ein Nutzer mit dem Mauszeiger über das Bild strich. Aus diesem Grunde ging der Rechteinhaber gegen die GBR und einen ihrer Mitgesellschafter vor und verlangte Schadensersatz wegen einer Urheberrechtsverletzung. Dabei verwies er auf die Lizenzbedingungen. Hiernach muss bei einer Verbreitung des Bildes übers Internet der Urheber am Bild selbst oder am Ende der Webseite genannt werden.

Urheberrechtsverletzung bei Online-Foto trotz Mouseover-Effekt

Das Amtsgericht Düsseldorf schloss sich dem an und verurteilte die Beklagtem mit Urteil vom 03.09.2014 ( Az.. 57 C 5593/14) für eine urheberrechtswidrige Verbreitung von 12 Tagen zu der Zahlung von 145,60 Euro Schadensersatz im Wege der Lizenzanalogie. Nach Ansicht des Gerichtes reicht bei einer Verpflichtung zur Angabe des Urhebers nicht aus, wenn dieser nur beim Herüberstreifen mit dem Mauszeiger – sogenannter Mouseover-Effekt – angezeigt wird. Dies begründete das Gericht damit, dass die Bezeichnung des Urhebers hier dauerhaft angezeigt werden muss, um von einer hinreichenden Benennung auszugehen. Darüber hinaus wird der Mouseover- Effekt insbesondere bei einem mauslosen Tablett-PC nicht angezeigt. Von daher liegt eine Urheberrechtsverletzung vor.

Gericht reduziert Zuschlag bei Schadenshöhe

Hinsichtlich der Höhe des Schadensersatzes wegen der Urheberrechtsverletzung setzte das Gericht lediglich einen Zuschlag in Höhe von 75% an. Der bei einer fehlenden Urheberrechtsbenennung normalerweise angesetzte Zuschlag in Höhe von 100% ist nach Auffassung des Gerichtes überzogen, weil die Urheberrechtsbenennung durch den Mouseover-Effekt wenigstens eingeschränkt erfolgt ist.

Wer wegen einer angeblich fehlenden Urheberbenennung bei eingestellten Online-Fotos abgemahnt oder sogar verklagt worden ist, sollte sich beraten lassen. Nicht immer sind die geltend gemachten Ansprüche auf Schadensersatz gerechtfertigt. Dies bedarf einer sorgfältigen Prüfung.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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