Foto- und Bildrecht

Serie zum Foto- und Bildrecht (Teil 9): Urhebereigenschaft: Wer ist Urheber eines Bildes?

Die Rechtsfragen, die sich im Zusammenhang mit dem Foto- und Bildrecht stellen, werden in einer mehrteiligen Serie von Rechtsanwalt Christian Solmecke beantwortet. Im heutigen 9. Teil geht es um die allgemeinen Fragen zur Urhebereigenschaft.

Das Urheberrecht verfolgt gem. § 11 UrhG den Zweck, die Bilder bzw. Fotografien eines Urhebers zu schützen:

„Das Urheberrecht schützt den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes. Es dient zugleich der Sicherung einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes.“

Diesen Schutz gewährleistet das Urheberrecht durch verschiedene Regelungen. Doch damit der urheberrechtliche Schutz greift, müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen. So ist im Vorfeld zu bestimmen, ob das erstellte Werk überhaupt dem Urheberrecht unterliegt und wer als dessen Urheber anzusehen ist. Dazu im Folgenden mehr.

Der Schutz eines Fotos durch das Urheberrecht soll dem Urheber zugute kommen. Dementsprechend ist in einem ersten Schritt zu klären, wer als Urheber einer Bildes oder einer Fotografie anzusehen ist. Das Gesetz erklärt in § 7 UrhG:

„Urheber ist der Schöpfer des Werkes.“

Es kommt demnach nur auf den Schöpfungsakt bzw. die Herstellung des Werkes an. Das Urheberrecht an einem Bild entsteht somit unmittelbar mit dessen Herstellung. Für die Entstehung des Urheberrechts an einem Foto, einer Skulptur oder Zeichnung ist der Wille oder die Erfahrung des Schöpfers unerheblich. Vielmehr werden vom Urheberrecht auch Werke geschützt, die unbeabsichtigt erstellt wurden. In rechtlicher Hinsicht handelt es sich bei der Herstellung eines Fotos um einen Realakt. Demnach kann ein Urheberrecht an einem Werk zwingend nur in der Person des Schöpfers entstehen.

Als Schöpfer und damit Urheber eines Werkes ist die Person anzusehen, die es erschaffen hat. Im Bereich der Fotografie wird in der Regel immer der Fotograf als Schöpfer des Fotos anzusehen sein. In der Person des Fotografen entsteht somit mit der Herstellung eines Fotos automatisch das Urheberrecht an dem Foto.

Als Schöpfer eines Werkes kommen grundsätzlich nur natürliche Personen in Betracht, da der in § 2 Abs. 2 UrhG verankerte Schöpfungsgedanke eine persönliche geistige Leistung erfordert, die nur von einem Menschen erbracht werden kann. Daher können juristische Personen oder Tiere keine Schöpfer im Sinne des Urheberrechts sein. Allerdings kommt es nicht darauf an, ob die Person ein gewisses Alter oder Reife besitzt. Ebenso muss die Person nicht geschäftsfähig sein.

Für die Entstehung der Urheberrechte an einem Werk kommt es nicht auf dessen Fertigstellung an. Vielmehr sind auch vorbereitende Handlungen, in denen sich bereits der „schöpferische“ Gedanke erkennbar niederschlägt, urheberrechtlich geschützt.

Urheberrecht im Arbeitsverhältnis

Der Schöpfungsgrundsatz des Urheberrechts gilt auch für Werke, die im Rahmen eines Arbeits- oder Dienstverhältnisses z.B. von einem angestellten Fotografen erschaffen werden.

In einem solchen Fall ist der angestellte Fotograf der Schöpfer und somit auch Urheber der Fotografien, die er im Rahmen seines Arbeitsverhältnisses anfertigt. Allerdings wird sich der Arbeitgeber im Arbeitsvertrag die vollständigen Nutzungsrechte an allen Fotografien einräumen lassen, die der Fotograf im Rahmen seiner Arbeitstätigkeit erstellt. Der Fotograf ist dann zwar Urheber der Werke, hat jedoch nicht das Recht diese zu verwerten.

Haben Sie Fragen zum Thema Fotorecht? Rufen Sie uns an! Unsere Spezialisten um Rechtsanwalt Christian Solmecke stehen Ihnen täglich zwischen 8-20 Uhr Rede und Antwort zum Thema. Tel: 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit)

Weitere Teile unserer Serie zum Thema Foto- und Bildrecht finden Sie hier.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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