Foto- und Bildrecht

Serie zum Foto- und Bildrecht (Teil 13): Beweis der Urheberschaft – I

Die Rechtsfragen, die sich im Zusammenhang mit dem Foto- und Bildrecht stellen, werden in einer mehrteiligen Serie von Rechtsanwalt Christian Solmecke beantwortet. Im heutigen 13. Teil geht es um den Beweis der Urheberschaft.

Grundsätzlich muss der Urheber, wenn er sich auf seine Urheberschaft beruft, diese auch beweisen. Gerade im Bereich der digitalen Fotografie ist der Beweis der Urheberschaft häufig schwierig, da Fotos als Dateien beliebig abgespeichert und verbreitet werden können. Daher sieht das Urheberrecht eine Beweiserleichterung in Form einer Vermutung vor. So legt § 10 Abs. 1 UrhG fest:

„Wer auf den Vervielfältigungsstücken eines erschienenen Werkes oder auf dem Original eines Werkes der bildenden Künste in der üblichen Weise als Urheber bezeichnet ist, wird bis zum Beweis des Gegenteils als Urheber des Werkes angesehen; dies gilt auch für eine Bezeichnung, die als Deckname oder Künstlerzeichen des Urhebers bekannt ist.“

Durch die gesetzliche Vermutung in § 10 Abs. 1 UrhG kommt es zu einer Beweislastumkehr. Demnach muss die Gegenpartei, die die Urheberschaft bzw. Inhaberschaft der Nutzungsrechte bestreitet, den Beweis führen, dass der Betreffende nicht der Urheber des Fotos ist.

Damit die Vermutung der Urheberschaft greift, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. So muss es sich um Vervielfältigungsstücke eines bereits erschienen Werkes handeln. Bislang wurde die bloße Veröffentlichung eines Fotos als nicht ausreichend angesehen. Demnach musste das Werk vielmehr auch in körperlicher Form vervielfältigt und der Öffentlichkeit angeboten werden, um als erschienen zu gelten. Durch die richtlinienkonforme Auslegung von § 10 UrhG kann diese Voraussetzung für die Vermutungswirkung nicht mehr gefordert werden. Ein Erscheinen des Fotos im Sinne des § 6 Abs. 2 UrhG ist nun nicht mehr notwendig. Vielmehr genügt die Veröffentlichung von Vervielfältigungsstücken eines Werkes auf dem der Urheber bezeichnet ist.

Für die Bezeichnung des Urhebers auf dem Werk ist es nicht erforderlich, dass der vollständige bürgerliche Name des Urhebers angegeben wird. Möglich ist auch die Angabe einer Abkürzung oder eines Deck- oder Künstlernamens. Der Urhebervermerk muss in üblicher Weise erfolgen, d.h. an einer für die Werkart üblichen Stelle. So wird der Urheber bzw. Autor eines Buches regelmäßig auf dem Buchrücken angegeben. Foto- und Bildnachweise in Büchern erfolgen direkt entlang des Randes des Fotos, in unmittelbarer Nähe zum abgedruckten Bild oder einheitlich in einem Verzeichnis am Ende des Buches. Bei Fotografien oder Bildern auf der Titelseite wird der Urhebervermerk meistens auf der zweiten Seite des Buches mit den weiteren Angaben zum Autor und Verlag angebracht.

Haben Sie Fragen zum Thema Fotorecht? Rufen Sie uns an! Unsere Spezialisten um Rechtsanwalt Christian Solmecke stehen Ihnen täglich zwischen 8-20 Uhr Rede und Antwort zum Thema. Tel: 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit)

Weitere Teile unserer Serie zum Thema Foto- und Bildrecht finden Sie hier.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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