Foto- und Bildrecht

Serie zum Foto- und Bildrecht (Teil 11): Urhebereigenschaft – Werkverbindung

Die Rechtsfragen, die sich im Zusammenhang mit dem Foto- und Bildrecht stellen, werden in einer mehrteiligen Serie von Rechtsanwalt Christian Solmecke beantwortet. Im heutigen 11. Teil geht es um die Frage, wann eine Werkverbindung vorliegt und wie diese von der Miturheberschaft abzugrenzen ist.

Im Gegensatz zur Miturheberschaft, bei der ein Werk aus verschiedenen Beiträgen besteht, die einzeln für sich jedoch nicht verwertet werden können, handelt es sich bei einer Werkverbindung um die Verbindung von mindestens zwei Teilwerken, die eigenständig verwertbar sind. Der Gesetzeswortlaut des § 9 UrhG führt zur Werkverbindung aus:

 „Haben mehrere Urheber ihre Werke zu gemeinsamer Verwertung miteinander verbunden, so kann jeder vom anderen die Einwilligung zur Veröffentlichung, Verwertung und Änderung der verbundenen Werke verlangen, wenn die Einwilligung dem anderen nach Treu und Glauben zuzumuten ist.“

Entscheidend für eine Werkverbindung ist demnach, dass sich mindestens zwei verschiedene Urheber entschließen ihre Werke zu einem Werk zu verbinden. In diesem Fall wird durch die Werkverbindung kein einheitliches Werk erschaffen. Vielmehr handelt es sich um einen Zusammenschluss verschiedener Werke. Beispiele für Werkverbindungen sind die gemeinsame Verwertung von Text und Musik bei einer Oper oder von Bild und Text bei illustrierten Büchern. In der Regel wird es sich bei Werkverbindungen um Verbindungen verschiedener Werkarten handeln. Dies ist jedoch nicht zwingend. So kann eine Oper verschiedene Lieder von unterschiedlichen Komponisten enthalten.

Zudem muss die Werkverbindung die gemeinsame Verwertung der einzelnen Werke bezwecken. Dazu bedarf es einer vertraglichen Regelung zwischen den beteiligten Urhebern, die Art und Weise der gemeinschaftlichen Werkverwertung umfasst.

Haben Sie Fragen zum Thema Fotorecht? Rufen Sie uns an! Unsere Spezialisten um Rechtsanwalt Christian Solmecke stehen Ihnen täglich zwischen 8-20 Uhr Rede und Antwort zum Thema. Tel: 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit)

Weitere Teile unserer Serie zum Thema Foto- und Bildrecht finden Sie hier.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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