Foto- und Bildrecht

Schadensersatz für geklaute Online-Fotos im Food-Bereich gerechtfertigt

Am 02.10.2014 entschied das Amtsgericht Düsseldorf mit seinem Urteil (Az.: 57 C 4668/14), dass die unbefugte einjährige Nutzung von Online-Fotos im Food-Bereich zu gewerblichen Zwecken mit einer Zahlung von Schadensersatz in Höhe von 350,- € geahndet werden kann.

Schadensersatz für geklaute Online-Fotos im Food-Bereich gerechtfertigt©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

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Geklagt hatte vorliegend die Betreiberin der größten internationalen Food-Bildagentur. Es handelt sich hierbei um ein Archiv verschiedenster Fotografien, bzgl. derer der Klägerin seitens der Fotografen das ausschließliche Nutzungsrecht eingeräumt wurde. Die Beklagte betreibt ein Restaurant und verwendete das streitgegenständliche Foto zu Werbezwecken auf ihrer Webseite und stellte es als PDF-Datei zum Download zur Verfügung. Da die Beklagte hierbei weder um Erlaubnis fragte, noch den Urheber benannte, mahnte die Klägerin sie ab.

Verletzung des ausschließlichen Internetverbreitungsrechts

Sodann kam es zu dem bereits erwähnten Klageverfahren vor dem Amtsgericht Düsseldorf. Dieses stellte fest, dass die Klägerin gegen die Beklagte wegen der unberechtigten Nutzung der streitgegenständlichen Fotos einen Anspruch auf Schadensersatz gemäß § 97 Abs. 2 UrhG hat. Dieser sei darüber hinaus wegen der unterbliebenen Nennung des Urhebers durch einen Verletzerzuschlag zu verdoppeln. Begründet wurde dies damit, dass die Klägerin als ausschließlich Nutzungsberechtigte an dem Foto das Internetverbreitungsrecht gem. §§ 15 Abs. 2 Nr. 2, 19 a UrhG innehat. Dieses missachtete die Beklagte zumindest fahrlässig, da sie ihrer Kontroll- und Überwachungspflicht nicht ausreichend nachkam.

So sprach das AG Düsseldorf der Klägerin für die Bereitstellung zum PDF-Download 350,- EUR bzw. 310,- EUR für die Homepage-Verwendung zu und darüber hinaus einen 100% Verletzerzuschlag.

Hohe Maßstäbe an Kontroll- und Überwachungspflicht

Das Amtsgericht Düsseldorf stellte erneut fest, dass stets die Kette der einzelnen Nutzungsrechtübertragungen zurück verfolgt werden müsse. So muss sich auch der Webseiten-Betreiber vergewissern, dass verwendete Bildmaterialien nicht mit Rechten von Nutzungsberechtigten belastet sind.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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