Foto- und Bildrecht

OLG Düsseldorf: Golf-Profi Martin Kaymer muss Pop Art-Porträt nicht dulden

Am 23.07.2013 entschied das Oberlandesgericht in Düsseldorf (Az. I-20 U 190/12) im Falle des Golf-Profis Martin Kaymer, dass ein prominenter Sportler es nicht hinnehmen muss, dass ohne seine Einwilligung verfremdete Porträts von ihm verbreitet werden. Die Verbreitung der Porträts verstößt hier gegen das Recht am eigenen Bild des Sportlers.

Auch Sportler sind kein Freiwild bei Bildern ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Auch Sportler sind kein Freiwild bei Bildern ©-Thomas-Jansa-Fotolia

 

Bild des Sportlers für 43,50 Euro angeboten

Vorliegend wehrte sich der Golf-Profi Martin Kaymer aus Mettmann gegen die Verbreitung seines Porträts im Internet. Ein Unternehmer aus Wiesbaden hatte Bilder des Sportlers auf seiner Homepage und über eine Internetauktionsplattform angeboten. Zuvor hatte er diese im Stil der Pop Art verfremdet. Eines dieser Bilder verkaufte er zum Preis von 43,50 Euro. Für den Unternehmer sei dies eine Art gewesen den Sportler zu huldigen. Er qualifizierte seine verfremdeten Bilder als Kunst, deren Verbreitung einem höheren Interesse dient und dem Informationsinteresse der Allgemeinheit zugute kommt.

Gericht stellt Verstoß am Recht des eigenen Bilds fest

Das OLG Düsseldorf konnte in den Bildern keine Kunstwerke erkennen, für die ein höheres Interesse der Kunst hätte festgestellt werden können. Vielmehr bestätigte es das Urteil des Landgerichts Düsseldorf aus dem vergangenen November und entschied, dass hier ein Verstoß des Rechts am eigenen Bild des Sportlers vorliegt. Das Gericht führte als Begründung aus: „Die Bilder, bei denen der dekorative Charakter im Vordergrund steht, weisen über rein handwerkliches Können hinaus keinen künstlerischen Gehalt auf. Auch kommt ihnen lediglich ein sehr geringer Informationswert für die Allgemeinheit zu. Vielmehr dienen die Bilder den kommerziellen Interessen des Beklagten“. Dieses kommerzielle Interesse steht dem Beklagten aber nicht zu, stellte das Gericht weiter fest, sondern es obliegt dem Sportler selbst darüber zu bestimmen, ob sein Porträt vermarktet wird oder nicht. Der Unternehmer wurde zur Unterlassung und zum Schadensersatz verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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