Foto- und Bildrecht

Neue Gesetze in Kalifornien schützen Privatsphäre von Opfern

Mit Kalifornien verbindet man in der Regel Sonne und Meer. Aber auch mit Hollywood, Stars und Sternchen. Letztere werden aber weniger von Urlaubern, sondern vielmehr von Paparazzi belagert. Damit soll jetzt Schluss sein, denn der Bundesstaat plant ein Gesetz zum Schutz von Prominenten.

Neue Gesetze in Kalifornien schützen Privatsphäre von Opfern©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

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Persönliche und familiäre Aktivitäten: Schutz vor Drohnen

Das sog. Anti-Bespitzelungs-Gesetz soll insbesondere Spionage mittels Drohnen verhindern. Konkret werden Aufnahmen „persönlicher und familiärer Aktivitäten“ verboten. Gouverneur Jerry Brown unterzeichnete das Gesetz Anfang Oktober. In die Wege geleitet wurde das Gesetzesvorhaben vom Abgeordneten Chau, der nicht müde wurde darauf hinzuweisen, dass der kalifornische Gesetzgeber auf die wachsenden technischen Möglichkeiten reagieren müsse.

Damit reagierte der bevölkerungsreichste US-Staat auf die in die Mode gekommene Masche von Fotografen, Hollywood-Stars mit Hilfe von Drohnen zu fotografieren und zu filmen. Aufsehen erregte die Vorgehensweise zum Beispiel auf der Hochzeit von Tina Turner, bei der erst ein Polizist die Drohnen-Spionage zum Abbruch erzwungen hatte.

Verschärfung bei Rachepornos

Ein in der Bevölkerung noch größeres Ärgernis sind die sog. „Rachepornos“, die nun ebenfalls schärfer sanktioniert werden. Werden also intime Fotos oder Videos, zumeist von Ex-Partnern und zunächst in beiderseitigem Einverständnis angefertigt, online gestellt, können die Opfer sowohl eine einstweilige Verfügung erwirken, als auch Entschädigungszahlungen einklagen.

Bereits im letzten Jahr wurde ein Gesetz zu dieser Thematik geschaffen, welches den Betroffenen nun mehr Möglichkeiten gibt. Das Hochladen von entsprechendem Material gilt seitdem als Ordnungswidrigkeit, auf die bis zu 30 Tage Haft und eine Geldstrafe bis zu 1.000 Dollar stehen.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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  1. […] es in Kalifornien zu einem verschärften Gesetz im Bezug auf Rachepornos kam, ist es hier der erste Fall, bei dem es zu einer Haftstrafe kam. Ein Urteil wie dieses soll […]

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