Foto- und Bildrecht

Max Mosley der ehemalige Präsident des Internationalen Automobilverbandes verklagt Google

Max Mosley möchte gerichtlich verhindern, dass die Suchmaschine Google weiterhin Bilder einer Sexparty verbreitet.

Die Boulevardzeitung News of the World hatte Mosley vor etwa vier Jahren bei der Party filmen lassen. Für diesen Eingriff in seine Privatsphäre musste das Blatt ihm umgerechnet rund 75.000 Euro Schadensersatz zahlen.

Die entstandenen Videos und Bilder kursieren seitdem im Internet. Über die von Google zur Verfügung gestellte Bildersuche können die pikanten Bilder im Internet gefunden werden.

Dies möchte Max Mosley in Zukunft verhindern. Zwar stellt Google die Bilder nicht selber ins Internet, der Kläger möchte jedoch Möglichkeit der Suche danach verhindern. Denkbar wäre etwa eine Filterfunktion. Allerdings könne eine solche Funktion nach Angaben von Google bereits keinen umfassenden Schutz bieten, da dies technisch nicht möglich sei. Ein Filter würde entweder zu viel oder zu wenig blockieren.

Weiterhin verweist Google darauf, dass sie keinen Einfluss darauf haben, was Dritte ins Internet stellen. Die bloße Möglichkeit diese Bilder über Google zu finden, begründe einen Anspruch des Klägers jedoch nicht.

Interessant ist auch, dass die Klage bei dem Landgericht Hamburg eingereicht wurde und nicht etwas in den USA oder Großbritannien. Google brachte vor, dass das Landgericht Hamburg bereits nicht zuständig sein könne, da Mosley Brite sei und Google aus den Vereinigten Staaten stamme.

Zum Prozessauftakt am 28.09.2012, zu dem Max Mosley nicht persönlich erschien, erklärte sich das LG Hamburg jedoch für zuständig. Eine Entscheidung wird erst in einigen Monaten erwartet.

 

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Brill sagt:

    Auf der einen Seite kann ich den Kläger verstehen, auf der anderen Seite aber auch Google.
    Google stellt die Bilder nicht selbst rein, bietet nur die Möglichkeit an, welche zu finden:
    Demnach müsste der Kläger die einzelnen Websiten bzw die einzelnen Nutzer verklagen.
    So seh ich das
    Google betrifft im Grunde keine Schuld

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