Foto- und Bildrecht

Kommt der Kopierschutz für JPEG-Bilder?

Die Entwickler des JPEG-Standards diskutieren offen über die Einführung eines Kopierschutzes für digitale Bilder. Was sind die Vor- und Nachteile?

 

 

Kommt der Kopierschutz für JPEG-Bilder?©-cirquedesprit-Fotolia

Kommt der Kopierschutz für JPEG-Bilder?©-cirquedesprit-Fotolia

Über die Sinnhaftigkeit eines Kopierschutzes bei digitalen Bildern

Im Zeitalter von Facebook, Twitter, Pinterest und Co. ist es für den heutigen Internetnutzer zu einer Selbstverständlichkeit geworden, Bilder im weit verbreiteten JPEG Format aus verschiedensten
Quellen zu verbreiten. Gerade durch den rasanten Aufstieg der sozialen Netzwerke und der damiteinhergehenden Leichtigkeit, Bilder mit nur einem Knopfdruck mit anderen Menschen zu teilen,steigt aber auch die Anzahl an potentiellen Urheberrechtsverletzungen.
Aus diesem Grund diskutiert die „Joint Photographic Experts Group“, die Entwickler des JPEGStandards, über die Einführung eines Kopierschutzes für digitale Bilder im JPEG Format.
Dieses sogenannte Digital-Rights-Management-Verfahren (DRM) kommt heutzutage bereits bei Filmen und Musik zur Anwendung. Dort ist es nur Inhabern der jeweiligen Lizenz möglich, die betroffenen Film- und Musikdateien abzuspielen. Übertragen auf den digitalen Bildstandard JPEG würde dies bedeuten, dass nur der jeweilige Lizenzinhaber ein Bild öffnen, teilen sowie anschliessend auch ansehen könnte. Kritiker weisen daher darauf hin, dass sich die Internetkultur durch einen solchen Eingriff massiv verändern würde. Dabei gibt es durchaus auch sinnvolle Anwendungsfälle, in denen ein DRM-Schutz vorteilhaft ist. Paradebeispiel dafür sind Bilder, welche Privatpersonen zeigen. Den fotografierten Personen böte sich erstmalig die Möglichkeit, ihre Fotos vor ungewollten Zugriffen schützen zu können.

Das Ende aller Katzen?

Neben den eigens erstellten Bildern droht aber auch altbekannten Internetphänomenen wie z.B. den weitverbreiteten Katzenbildern das Aus. Auch diese könnten bei einem umfassenden Kopierschutz weder geteilt, möglicherweise sogar nicht einmal mehr angeschaut werden.

Legale Anwendungsfälle würden verhindert werden

Einen weiteren Nachteil bei der Anwendung von DRM-Verfahren sehen Kritiker darin, dass auch legale Anwendungszwecke unterbunden würden. Denn auch urheberrechtlich geschützte Werke dürfen unter gewissen Voraussetzungen zitiert oder aber geteilt werden. Ob letztlich der Kopierschutz für das JPEG-Dateiformat tatsächlich eingeführt wird, bleibt bis auf weiteres abzuwarten. Sollte sich das Komitee für die Einführung des DRM-Schutzes für JPEGBilder entscheiden, würde die Ära der freien Bilder im Internet zu Ende gehen. (ANJ)

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (2)

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  1. Werniman sagt:

    Und was soll das bitteschön bringen ? Bei DRM-geschützten MP3s kann ich sowas durch die Analogkopie kinderleicht umgehen. Bei JPG-Files mach ich einfach ´nen Screenshot und hab die Files dann auch auf der Platte.

  2. tom engel sagt:

    eine „hard“kopie von bildern die auf meinem monitor angezeigt werden, ist IMMER möglich…dafür gibt es notfalls entspr. programme.

    andersrum wird ein schuh daraus:jeder der ein bild/foto ins netz stellt (warum auch immer) ist evetl. dumm und kann nicht verhindern , das dies weiterverbreitet wird….

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