Foto- und Bildrecht

Gefälschte Pornobilder: 15.000 Euro Schmerzensgeld für Opfer

Das OLG Düsseldorf (Urt. v. 11.08.2015 – Az.: 13 U 25/15) hat entschieden, dass die Anfertigung und die anschließende Verbreitung von manipulierten Pornobildern eine erhebliche Persönlichkeitsrechtsverletzung der abgebildeten Person darstelle. Das Gericht sprach der auf den manipulierten Bildern erkennbaren Person ein Schmerzensgeld in Höhe von 15.000 Euro zu.

 

 Gefälschte Pornobilder: 15.000 Euro Schmerzensgeld für Opfer©-cirquedesprit-Fotolia

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Manipulierte Pornobilder verletzten allgemeines Persönlichkeitsrecht

Im vorliegenden Fall stritten die Parteien um Schmerzensgeld. Der Beklagte hatte zahlreiche Pornobilder dergestalt manipuliert, dass er den Kopf der Klägerin in Pornobilder eingefügt hat. Der Beklagte hat so den Eindruck erweckt, dass die abgebildete nackte Person die Klägerin sei. Diese manipulierten Pornobilder – auf denen die Klägerin deutlich zu erkennen war – hat der Beklagte dann regelmäßig mit anzüglichen Kommentaren versehen, ins Internet geladen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Düsseldorfer Richter am Oberlandesgericht haben im Ergebnis ein Schmerzensgeld in Höhe von 15.000 Euro als angemessen bewertet. Die Verbreitung der manipulierten Pornobilder sei eine erhebliche Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der Klägerin. Erhebliche Verletzungen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts lösen regelmäßig Schmerzensgeldansprüche aus.

Keine weitergehende Folgen nötig

Das Gericht hat weiter argumentiert, dass es keine Rolle spiele, ob das Opfer durch die Verbreitung der Bilder weitergehende negative Reaktionen erlitten habe. Nicht entscheidend sei die Frage, ob Dritte durch die manipulierten Bilder motiviert in bedrängender Art und Weise auf die Klägerin zugegangen sind. Ausreichend für die Annahme einer erheblichen Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts sei vor allem die teilweise Nennung des Klarnamens der Klägerin unter dem Namen. Darüber hinaus spiele es keine Rolle, dass lediglich der Kopf der Klägerin auf den Bildern gezeigt wurde. Auch wenn der restliche Körper nicht von der Klägerin stamme, sei davon auszugehen, dass objektive Betrachter erst einmal davon ausgehen, dass der abgebildete Körper die Klägerin darstelle.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum

Die Manipulation und Veröffentlichung von Bildmaterial kann immer dann rechtlich problematisch sein, wenn die Bilder das allgemeine Persönlichkeitsrecht der gezeigten Person verletzen. Bei pornographischen Nacktbildern spielt es regelmäßig keine Rolle, ob nur der Kopf auf fremde nackte Körper retuschiert wird oder echte Nacktbilder einer Person veröffentlicht werden. Entscheidend ist grundsätzlich der Eindruck, den objektive Betrachter des Bildes erlangen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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