Foto- und Bildrecht

Bildersuche der Suchmaschine Google verletzt keine Urheberrechte

Das Landgericht Hamburg (Urteil vom 03.08.2016, Az. 308 O 96/13) hat entschieden, dass die Bildersuche der Suchmaschine Google keine Urheberrechte der Fotografen verletzt.

 Bildersuche der Suchmaschine Google verletzt keine Urheberrechte ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Bildersuche der Suchmaschine Google verletzt keine Urheberrechte ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Fotograf verklagt Google

Ein Fotograf hat sich an einer ehemalig auch in Deutschland verfügbaren Funktionsweise der Google-Bildersuche gestört. Der Fotograf als Urheber zweier Bilder hat vor allem kritisiert, dass Google die Betrachtung der Bilder in vergrößerter Form ermöglicht hat, ohne aber die Quelle zu öffnen. Darüber hinaus bemängelte er, dass die Bilder in einer Reihe durchgeklickt werden konnten, ohne, dass der Nutzer zurück auf die Ergebnisseite klicken muss.

Google-Bildersuche: Angemessenheit der Nutzung

Streit gibt es unter Kreativen immer wieder über die Funktionsweise der Google-Bildersuche. Die von dem klagenden Fotografen bemängelten Funktionsweisen, sind derzeit in Deutschland nicht verfügbar. Im Kern des Streits geht es vor allem stets auch um die Frage, ob Google für die Betrachtung der Bilder im Großformat, auf die Seiten von Urhebern weiterleitet oder die Nutzer auf der Google-Seite hält.

Thumbnail für Traffic

Üblicherweise profitieren Urheber und Google voneinander: Google darf die Thumbnails für die Bildersuchmaschine nutzen, dafür werden die Internetnutzer sofort auf die Quellseite verwiesen, wenn diese das Bild vergrößert ansehen möchten.

Keine Rechtsverletzung durch Google

Das Landgericht Hamburg hat im Ergebnis entschieden, dass Google keine Urheberrechte des Fotografens verletzt hat. Die Google-Bildsuche sei zum damaligen Zeitpunkt nicht unzulässig programmiert worden. Grundsätzlich dürfe Google auch fremde Bilder in der Trefferliste anzeigen. Eine darüber hinaus gehende unangemessene Nutzung der fremden urheberrechtlich geschützten Bilder durch Google konnte das Gericht nicht erkennen. Das Gericht argumentierte letztlich auch damit, dass dem Urheber – trotz der bemängelten Funktionen – kein wirtschaftlicher Nachteil entstanden sei. (NH)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. lea weber sagt:

    Danke für den informativen Beitrag!

    Das Thema Bildrecht betrifft heutzutage schon viele Menschen… Es ist auch nicht immer einfach abzuschätzen, ab wann wirklich Urheberrechte verletzt werden und wann nicht. Wie das bei Google aussieht, habe ich mich auch schon längere Zeit gefragt. Ich selber habe auch eine Internetseite mit verschiedenen Bildern. Normalerweise achte ich auch darauf, dass diese verwendet werden dürfen, habe aber vor einigen Jahren auch eine Abmahnung bekommen. Ich hätte mehrere Tausend Euro zahlen sollen, wegen einem Bild, durch welches ich angeblich Urheberrechte verletzt haben soll. Es war eine Abmahnung von Pixel-Law. Sos-recht hatte mir dann weitergeholfen. Was viele nicht wissen ist, dass in solchen fällen nicht immer Zahlungsansprüche bestehen. Da muss man sich aber auch auskennen, um sich dagegen wehren zu können. Ich musste am Ende nicht annähernd das zahlen, was von mir anfangs verlangt wurde.

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