Foto- und Bildrecht

Bilderklau- Österreichischer Fotograf fordert Schadensersatz in Millionenhöhe

Vor 5 Jahren hatte Klemens Horvath im Auftrag eines Hotels sieben Bilder fotografiert und dem Auftraggeber beschränkte Nutzungsrechte für die Dauer von drei Jahren eingeräumt. Nun hat er festgestellt, dass die Bilder weltweit in hunderten Fällen ohne Erlaubnis genutzt wurden.

Bilderklau- Österreichischer Fotograf fordert Schadensersatz in Millionenhöhe ©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

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Auftragsarbeit als Fotograf

Als Klemens Horvath eine schweizerische Zeitung aufschlug, erkannte er verwundert ein von ihm fotografiertes Foto wieder. Nicht abgedruckt wurde jedoch sein Name als Urheber. Auch konnte er sich nicht erinnern, dass er die nötigen Nutzungsrechte zum Abdruck des Bildes erteilt hat. Er erinnerte sich, dass er im Jahre 2011 insgesamt sieben Bilder für ein Hotel angefertigt und dem Auftraggeber ein beschränktes Nutzungsrecht an den Bildern eingeräumt hat. Das in der schweizerischen Zeitung abgedruckte Werk stammte aus diesem Auftrag. Die eingeräumten Nutzungsrechte ermöglichten dem Hotel die Nutzung der sieben Fotos für einen Zeitraum von drei Jahren im Internet, auf Broschüren und in Anzeigen bis zum Format A5. Beschränkt wurde die Nutzung auf das Land Österreich.

Internetrecherche ergibt, dass Bilder weltweit von verschiedenen Unternehmen genutzt wurden

Horvath wollte daraufhin herausfinden, in welcher Art und Weise seine Bilder ohne Erlaubnis genutzt wurden. Die Suche im Internet machte deutlich, dass seine Bilder weltweit in hunderten Fällen ohne Lizenz genutzt wurden. Neben dem Hotel, das die Bilder auch nach Ablauf der eingeräumten Nutzungsdauer weiter nutzte, haben hunderte andere Unternehmen die Bilder gewerblich genutzt. Horvath konnte über 500 Suchergebnisse pro Bild im Internet finden.

Hotel gibt Rechtsverstoß zu

Der Fotograf hat daraufhin das Hotel kontaktiert und auf die Urheberrechtsverletzung aufmerksam gemacht. Das Unternehmen hat die Rechtsverletzung eingestanden und eine Zahlung von 750 Euro angeboten. Dafür sollte aber die erlaubte Nutzungsdauer bis 2018 verlängert werden. In Anbetracht der Tatsache, dass das Hotel die Bilder wohl auch Dritten zu Verfügung gestellt hat, konnte bisher keine außergerichtliche Einigung getroffen werden. Horvath und das Hotel befinden sich derzeit in außergerichtlichen Verhandlungen. Das Hotel bietet nun nicht mehr eine Zahlung in Höhe von 750 Euro, sondern in Höhe von 400.000 Euro an. Horvath fordert eine Millionen Euro plus Kosten des Verfahrens.

Hunderte andere Rechtsverletzer abgemahnt

Nicht nur das Hotel nutzte die Bilder. In hunderten Fällen haben auch andere Unternehmen die Werke ohne Erlaubnis genutzt. Die Fotos wurden in Reisemagazinen, in Zeitungen und auf Internetseiten abgedruckt. Alleine über hundert Mal wurde eines der Bilder auf verschiedenen Titelblättern abgedruckt. Der Rechtsanwalt des österreichischen Künstlers, Georg Zanger, mutmaßt, dass der Sachverhalt ein Präzedenzfall zum Umgang mit Urheberrechten im digitalen Zeitalter werden könne. Bisher wurden weltweit über 400 Rechtsverletzer abgemahnt.

Private Blogger werden verschont

Horvath sagt selbst über sich, dass er kein Hardliner sei. Er drücke auch mal ein Auge zu, wenn ein Kunde ein Werk ohne Absicht einige Zeit länger als abgesprochen nutzt. Auch private Blogger oder Personen, die das Bild nicht gewerblich genutzt haben, werden von ihm nicht zur Zahlung von Schadensersatz aufgefordert werden. Unternehmen, die das Bild ohne Erlaubnis genutzt haben, werden jedoch ganz sicher von Horvath hören. (NIH)

Quelle: Der Standard

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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