Foto- und Bildrecht

Bilderklau im Internet: AG München setzt hohen Verletzerzuschlag an

Wer im Internet Bilderklau begeht – d.h. fremde Fotos aus dem Netz einfach so auf seiner Webseite veröffentlicht – begeht eine Urheberrechtsverletzung und muss mit hohen Schadensersatzforderungen rechnen. Dies gilt besonders, wenn dabei der Urheber des Fotos nicht benannt wird. Dies wird an einer aktuellen Entscheidung des Amtsgerichtes München deutlich.

 Bilderklau im Internet: AG München setzt hohen Verletzerzuschlag an ©liveostockimages-Fotolia

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Vorliegend hatte der Beklagte ohne Zustimmung des Rechteinhabers ein fremdes Foto auf seine Homepage eingebunden. Er hatte dabei nicht den Namen des Urhebers angegeben. Der Fotograf des Bildes – als Inhaber des ausschließlichen Nutzungsrechtes – mahnte ihn daraufhin ab und verklagte ihn schließlich auf Schadensersatz.

Bilderklau: Gericht spricht 100% Verletzerzuschlag zu

Hierzu entschied das Amtsgericht München mit Urteil vom 22.08.2014 (Az. 142 C 12802/14), dass dem Fotografen als Rechteinhaber wegen dieser Urheberrechtsverletzung durch Bilderklau ein Anspruch auf Schadensersatz in Höhe von 410,00 Euro im Rahmen der Lizenzanalogie zusteht. Hierbei setzte das Gericht bei der Schadensermittlung wegen der fehlenden Urheberbenennung einen Verletzerzuschlag in Höhe von 100 % der üblichen Nutzervergütung an. Dabei verwies es auf „die ständige Rechtsprechung des hiesigen Gerichtes“ sowie die „Übereinstimmung mit der wohl überwiegenden Auffassung in der Rechtsprechung“.

Fazit:

Längst nicht alle Gerichte sprechen beim Bilderklau ohne Urheberrechtsbenennung einen Verletzerzuschlag in Höhe von 100% zu. So hat etwa Kammergericht Berlin mit Urt. v. 21.03.2012 (Az.: 24 U 130/10) einen Verletzerzuschlag in Höhe von 50% zuerkannt. Die Berechnung des konkreten Schadensersatzes hängt insbesondere von den Umständen des jeweiligen Einzelfalles ab. Von daher sollten sich abgemahnte Inhaber einer Internetpräsenz beraten lassen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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