Foto- und Bildrecht

BGH: Beuys-Bilder dürfen auch ohne Einverständnis der Erbin gezeigt werden

Der BGH hat entschieden, dass ein Museum einige Fotos von Joseph Beuys auch ohne Einverständnis der Witwe ausstellen darf.

 

beuys

© ferkelraggae-Fotolia

Vorliegend ging es um insgesamt 18 Bilder von dem Künstler Joseph Beuys, die im Rahmen einer Fotoaktion im Jahr 1964 von einem Fotographen angefertigt worden waren. Es handelt sich dabei um eine Margarine Riegeln hergestellte Fettecke, ein aus Schokolade gemaltes Transparent sowie einen mit Fett verlängerten Spazierstock. Dieser Bilder waren zunächst vom Beuys Museum ausgestellt wurden. Nach dem Tode des Fotografen verlangte im Jahr 2009 die Witwe, dass die Bilder abgehängt wurden und setzte diese Anordnung zunächst gerichtlich durch. Sowohl das Landgericht als als das Oberlandesgericht Düsseldorf gaben der Klage der Verwertungsgesellschaft Bild- Kunst statt. Hiergegen ging das Museum jedoch erfolgreich in Revision.

 

Laut Medieninformationen hob der Bundesgerichtshof die vorangegangenen Entscheidungen mit Urteil vom 16.05.2013 (Az. I ZR 28/12) auf. Die Richter begründeten das demzufolge damit, dass Beuys mit dem Ausstellen einverstanden gewesen wäre. Dies ergebe sich daraus, dass er die Erlaubnis zum Fotografieren erteilt habe. Aufgrund dessen sei eine Genehmigung seitens der Witwe nicht erforderlich. Es liege daher keine Urheberrechtsverletzung vor. Der Volltext der Entscheidung liegt bislang noch nicht vor.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.