Foto- und Bildrecht

Amazon: Stadtbüchereien entfernen Link aus Katalog

Amazon kommt aus den negativen Schlagzeilen u.a. wegen der unzuträglichen Arbeitsbedingungen für Leiharbeiter nicht heraus. Der Online-Buchhändler soll angeblich aus den Online-Katalogen der Stadtbüchereien Heidelberg und Mannheim entfernt werden.

Amazon Cover Bilder Link Bücher

©-Thomas-Jansa-Fotolia

In vielen Bibliotheken wird über die Coverabbildungen im Katalog zu der Internet-Plattform von Amazon verlinkt. So ist das beispielsweise auch bei der Universitätsbibliothek in Heidelberg. Wer dort im Online Katalog HEIDI nach einem Buch recherchiert, dem wird das Suchergebnis in Form eines Covers angezeigt. Das angezeigte Bild eines Buchumschlages stammt dabei von der Firma Amazon. Soweit man darauf klickt, gelangt man auf das Portal von Amazon.

 

Hiergegen wendete sich ein Dozent der Universität Heidelberg und forderte, dass dieser Praxis Einhalt geboten werde. Er kritisiert, dass die Studenten ohne besonderen Hinweis so unvermittelt auf die Seiten des „Luxemburger Steuerumgehungskonzerns“ gelangen würden. Dies gehe erheblich zu Lasten der Buchhandlungen vor Ort.

 

Dies soll jetzt nach einem Beitrag bei Buchreport zur Folge haben, dass über die Stadtbüchereien hin Heidelberg und Mannheim ihre Verlinkung zu Amazon entfernt haben sollen. Stattdessen soll jetzt anscheinend eine Verlinkung zu dem Portal buchhandel.de erfolgen. Interessant dürfte in diesem Zusammenhang die Frage sein, inwieweit öffentliche Einrichtungen hier den Gleichbehandlungsgrundsatz beachten müssen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Piero Zedda sagt:

    Viel interessanter ist doch die Frage, warum öffentliche Büchereien mit Affiliate Geld verdienen. Würde ein örtlich ansässiger Buchhändler auch seine Werbung am Gebäude der Bücherei anbringen dürfen? Und da wagt es ein deutscher „Spitzenpolitiker“ sich über italienische Verhältnisse auszulassen? Deutschland wird so langsam zur digitalen Lachnummer 😀

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