Internetrecht

FBI knackt iPhone ohne Hilfe des Herstellers

Das FBI hat bekannt gegeben, dass es ein iPhone ohne die Unterstützung von Apple entsperren konnte. Im Vorfeld konnte das FBI das iPhone eines Attentäters lange Zeit nicht erfolgreich entsperren und forderte die Unterstützung des Herstellers. Apple verweigerte jedoch die Mithilfe, so dass das FBI die Hilfe gerichtlich erzwingen wollte.

FBI knackt iPhone ohne Hilfe des Herstellers © Scanrail - Fotolia

FBI knackt iPhone ohne Hilfe des Herstellers © Scanrail – Fotolia

FBI forderte von Apple Unterstützung bei der Entschlüsselung eines iPhones

Das FBI und Apple stritten seit längerer Zeit vor Gericht. Apple sollte dem FBI bei der Entschlüsselung eines iPhones helfen. Der Hersteller weigerte sich jedoch standhaft. Das FBI hatte das Telefon eines Attentäters beschlagnahmt. Danach war es dem FBI jedoch nicht gelungen, das Telefon zu entsperren und die Daten des Gerätespeichers auszulesen. Das FBI hatte Apple daraufhin im außergerichtlichen Verfahren wiederholt zur Mithilfe bei der Entsperrung des Gerätes aufgefordert. Apple hat dies jedoch stets abgelehnt. Die US-amerikanische Behörde hat letztlich gerichtliche Schritte gegen Apple eingeleitet und wollte die Unterstützung gerichtlich erwirken. Das FBI forderte dabei, dass Apple ein softwarebasiertes Werkzeug erstellen solle, mit dem das iPhone entsperrt werden könne.

Apple-Chef Tim Cook sieht große Missbrauchsgefahr

Apple-Chef Tim Cook weigerte sich trotz des Gerichtsbeschlusses beharrlich eine Softwareversion zu entwickeln, die übliche integrierte Sicherheitsmaßnahmen des Betriebssystems ausschaltet. Seiner Meinung nach bestehe eine erhebliche Missbrauchsgefahr. Er begründete die potentielle Missbrauchsgefahr damit, dass das FBI zukünftig beliebig viele iPhones entschlüsseln könnte, sofern Apple eine solche Software zu Verfügung stellen würde.

FBI findet anderen Weg

Das FBI hat nun mitgeteilt, dass es nicht weiter auf die Hilfe von Apple angewiesen sei. Das Justizministerium veröffentlichte am Montag ein Schreiben, in dem es mitteilte, dass die Hilfe des Technologieunternehmens nicht weiter „benötigt“ werde. Das iPhone scheint erfolgreich geknackt worden zu sein. Bereits letzte Woche hatte das FBI mitgeteilt, dass sich ein unbekannter Dritter an das FBI gewandt und eine alternative Entschlüsselungsmöglichkeit präsentiert habe. Diese wollte man zeitnah prüfen. Wie genau das FBI das iPhone des Attentäters nun entsperren konnte, wurde nicht mitgeteilt. (NIH)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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