Gewinn- und Glückspielrecht

FBI geht gegen Pokerportale vor

FBI sperrt Pokerportale von PokerStars.com, FullTiltPoker.com, AbsolutePoker.com und UB.com wegen mutmaßlicher Gesetzesverstöße.

 

Am 15. April 2011 wurden mehrere amerikanische Pokerseiten mit einer .com-Endung vom FBI abgeschaltet, sodass amerikanische Online-Pokerspieler nicht mehr ihrem Hobby nachkommen können. Der angebliche Grund kann den Webseiten selbst entnommen werden, auf denen nun eine Nachricht des FBI prangt. Diese informiert den Besucher über die möglichen Vergehen, die über diese Seiten begangen worden sein sollen. Das Pokern an und für sich wird nicht unter Strafe gestellt, sondern das der Verstoß gegen die folgenden Vorschriften: Glücksspiel, Betrug und Geldwäsche. Verstöße gegen diese Gesetze sollen mit bis zu fünf Jahren Gefängnis oder eine Geldstrafe von bis zu 250.000 $ verboten werden können.

Nach Angaben des FBI wird elf Personen von PokerStars, FullTiltPoker und AbsolutePoker vorgeworfen über die Plattformen betrügerischen Aktivitäten, Geldwäsche und illegalem Glücksspiel begangen zu haben. Unter den Beschuldigten befinden sich auch die Gründer der drei größten Pokerfirmen. Außerdem wurden mehrere dutzend Spielkonten in 14 Ländern eingefroren. Ob diese Nutzer ihr Geld wiedererlangen, ist ungewiss. Grundsätzlich sind Online-Glücksspiele in den USA zwar nicht verboten. Zum Betreiben eines Casinos werden jedoch Lizenzen benötigt, die diese drei Anbieter nicht besaßen.

Die genannten Pokerportale liegen schon länger mit den amerikanischen Behörden im Clinch. Es geht auch darum, ob Pokern überhaupt ein Glücksspiel ist. Im dem Fall wären diese Seiten ohne entsprechende Lizenz in den USA verboten. Sollte jedoch vor allem das Können des Spielers den Spielverlauf beeinflussen, könnten die Pokerportale möglicherweise als legal anerkannt werden. Nun wird in Amerika darüber diskutiert die rechtliche Lage von Pokerportalen gesetzlich zu regeln.

Diese Pokerportale sind über ihre deutschen bzw. europäischen Endungen weiterhin erreichbar.

 

Weiterführende Informationen:

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (2)

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  1. Klaus Blömeke sagt:

    Die Frage, ob Poker ein Glücksspiel ist, lässt sich doch ganz einfach klären:
    Nehmen wir ausreichend viele Verfechter dieser Theorie und eine gleiche Zahl Poker-Profis.
    Anschließend legen wir eine zahl an Spielen fest, nach denen ein signifikantes Ergebnis erwartet wird.

    Als Naturwissenschaftler und fortgeschrittener Pokeranfänger würde ich Pokern als könnensbasiert beschreiben. Zwar gibt es durch die zufällige Verteilung der Karten ein entsprechendes Zufallsmoment (wie beim Skat auch), der gewinnbringende Umgang mit den Karten setzt jedoch viel Können (mathematischer Natur: Wahrscheinlichkeitsrechnung, sowie eine gute Menschenkenntnis vorraus). Glück sind bestenfalls die letzten zehn Prozent, gleiches Können vorausgesetzt.

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