Internetrecht

Facebook–Partys: Polizei fordert Ausweiszwang für Facebook–Nutzer

Facebook soll die Identitäten aller seiner Nutzer überprüfen und die daraus resultierenden Daten der Polizei zugänglich machen lassen. Dies fordert jedenfalls die Jugendorganisation der Polizeigewerkschaft.

facebook Party: Polizei fordert Ausweiszwang

Bildnachweis: Facebook Like Button / FindYourSearch / CC BY 2.0 /Some rights reserved

Hintergrund dieser Forderung ist die zunehmende Zahl von Facebook – Partys seit dem Filmstart von Projekt X. In dem Film geht es darum, dass ein Junge mit zwei Highschool – Freunden eine kleine Geburtstagsparty im Haus der Eltern veranstalten will, um bei anderen gut anzukommen und Bekanntschaften mit dem weiblichen Geschlecht zu schließen. Aus der kleinen Party wird jedoch ein wildes Fest mit zahlreichen Eskapaden.

Dieser Film hat eine Vielzahl von Nachahmern gefunden. Zumeist werden diese Partys von Fake – Accounts bei Facebook verwendet, wie zuletzt in Backnang und Konstanz. Bei der Erstellung wird die IP – Adresse versteckt oder sogar von einem Internetcafé aus anonym erstellt. Ziel ist es, nach Ansicht des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Jungen Polizei Michael Haug,   „dass nur reale Nutzer das Netzwerk nutzen und Ermittlungsbehörden ohne zeitlichen Verzug an diese Daten gelangen“. Die Einführung einer solchen Verifizierung vor der ersten Nutzung würde dem Vorbild anderer Onlineportale folgen. Laut Haug gebe es verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten der Identifizierung. Präferiert wird jedoch das Postident – Verfahren.

Obwohl laut Angaben von Facebook eine nicht geringe Anzahl von Fake – Accounts besteht, ist in dieser Mitteilung keine Tendenz der Befolgung des von der Jugendorganisation vorgeschlagenen Wegs zu sehen. Eine Stellungnahme von Seiten Facebook – Deutschland steht noch aus.

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (2)

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  1. Tobias Lehmann sagt:

    Willkommen im Überwachungsstaat. Die Regierung muss nurnoch Proxy’s verbieten, dann wäre jeder kontrollierbar.

    Wenn das passieren sollte, dann werde ich auswandern.

    Wenn man mit Proxy’s kein Unfug macht, dann sind sie meist gut zu benutzen.

    Die Herren und Damen sollten lieber über Gesetze zum Schutze der Allgemeinheit nachdenken, als weitere Rechte einzuschränken. Es gelten hier die EMRK und das GG, leider mit großer Missachtung.

  2. David Redelberger sagt:

    Im Teaser steht „Jugendorganisation der Polizeigewerkschaft“, das ist nicht ganz richtig. Es gibt in Deutschland zwei große Polizeigewerkschaften, die GdP (Jugendorganisation: GdP – junge Gruppe) und eben die Deutsche Polizeigewerkschaft DPolG mit der jungen Polizei als Jugendorganisation, die GdP ist die DGB-Gewerkschaft.
    Der Titel kann in dem Zusammenhang auch irreführen…
    Ich denke nämlich, dass andere Zusammenschlüsse der Polizei das Thema anders sehen werden als oben genannt (hoffentlich 🙂 )

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