Internetrecht

Facebook sperrt kurzzeitig Gruppen ohne Vorwarnung

Das soziale Netzwerk Facebook hat kurzfristig viele Gruppen geschlossen, in denen vor allem Privatpersonen mit Zigarren, Alkohol und Waffen gehandelt haben. Viele der geschlossenen Gruppen sind kurze Zeit später wieder geöffnet worden.

Facebook sperrt kurzzeitig Gruppen ohne Vorwarnung © simsalabin1-Fotolia

Facebook sperrt kurzzeitig Gruppen ohne Vorwarnung © simsalabin1-Fotolia

Waffen, Alkohol und Zigarren auf Facebook

Unternehmer und Privatpersonen haben schon seit einiger Zeit verstanden, dass Facebook nicht nur als Werbekanal, sondern vor allem auch als Vertriebsweg wertvoll ist. Zu beobachten war, dass in den letzten Jahren immer mehr private Facebook-Gruppen gegründet worden sind, die sich mit dem Verkauf von Waffen, Alkohol oder Zigarren beschäftigt haben. Teilweise konnten Nutzer in den Gruppen, denen häufig mehrere tausend Menschen angehört haben, entsprechende Produkte sofort von anderen Gruppenmitgliedern kaufen.

Facebook warnt nicht vor Schließung

Facebook hat die Schließung der Gruppen anscheinend ohne Vorwarnung vorgenommen. Kurze Zeit später wurden die meisten Gruppen wieder geöffnet. Wieso genau das soziale Netzwerk die kurzzeitige Schließung der Gruppen forciert hat, wird nicht völlig klar. In vielen Fällen lag wohl kein direkter Verstoß gegen die Richtlinien vor.

Gefahr für Unternehmen und Privatpersonen?

Die Situation macht deutlich, dass das soziale Netzwerk ein unabhängiges Unternehmen ist und Entscheidungen trifft, die mit betroffenen Nutzern im Vorfeld nicht zwingend besprochen werden. Vor allem für Unternehmen können sich wirtschaftliche Risiken ergeben, wenn Facebook-Seiten ohne Vorwarnungen gesperrt oder gelöscht werden. Genauso ärgerlich kann es jedoch auch für Privatpersonen sein, wenn die jahrelang investierte Mühe in den Aufbau einer Gruppenseite am Ende umsonst war, weil die Seite gesperrt wird..

Wie kann ich mich schützen?

Grundsätzlich sollten sich private und unternehmerische Aktivitäten nicht nur auf ein soziales Netzwerk konzentrieren. Verantwortliche Seitenbetreiber müssen sich jederzeit bewusst sein, dass Profil- und Gruppenseiten ohne Vorwarnungen gesperrt oder gar gelöscht werden können. Ist im Falle einer Sperrung der unternehmerische oder auch private Kommunikations- oder Vertriebsweg dann nur auf einen Kanal beschränkt, sind die sozialen oder wirtschaftlichen Auswirkungen meist immens. Beachtet werden muss auch, dass sich die Geschäftsbedingungen von sozialen Netzwerken jederzeit ändern können. Aktivitäten, die lange Zeit erlaubt waren, können morgen verboten sein.

Kontaktaufnahme mit Facebook

Haben Privatpersonen oder Unternehmen Probleme aufgrund gesperrter Profil- oder Gruppenseiten, lohnt es sich die verantwortlichen Abteilungen eines sozialen Netzwerkes zu kontaktieren. Machen Sie deutlich, dass Ihre Aktivitäten nicht gegen die Regeln verstoßen haben und sie die Regeln auch zukünftig beachten werden. (NIH)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×