Internetrecht

Facebook Mobbing kann teuer werden

Verurteilungen in der Schweiz wegen Cybermobbing werden immer häufiger. Wer andere auf Facebook beleidigt oder beschimpft, muss mit einer Anzeige und letztlich mit einer Geldstrafe rechnen.

 

Im Mai 2011 wurde erstmals eine 19-jährige Frau aus St. Gallen zu einer Geldstrafe verurteil, weil sie einen Mann auf Facebook als „Seckel“ und „truuiger Mensch“ bezeichnete. Dieses Urteil galt als Präzedenzfall.

 

Nun gibt es zwei neue Fälle aus Lausanne. So hat eine Afrikanerin ein Foto einer ihr bekannten Sexworkerin auf Facebook gepostet und darunter „fette Nutte“ geschrieben. Nachdem die Verunglimpfte Anzeige erstattet hatte, wurde die Urheberin zu einer Geldstrafe von 450 Franken sowie 1500 Franken Entschädigung verurteilt.

 

Im zweiten Fall soll ein Mann einen anderen über Facebook beleidigt und auf Französisch als „Scheißkerl“ bezeichnet haben. Das Urteil des Bezirksgerichts: eine Geldstrafe von 150 Franken und 1000 Franken Entschädigung.

 

Nicht nur in der Westschweiz gibt es immer mehr Fälle von Mobbing auf Social-Media-Plattformen. Laut Bericht soll es allein in Basel mittlerweile rund 11 bis 12 Anzeigen jährlich, bei Jugendlichen und 1 bis 2 bei Erwachsenen geben. IT-Rechtsexperte David Rosenthal  geht davon aus, dass die Anzahl solcher Gerichtsfälle noch zunehmen wird. Es ist ratsam, mit Strafanträgen normalerweise zurückhaltend zu sein, da sonst die Situation eskalieren könnte. Jedoch sollt man sich, auf jeden Fall, bei der entsprechenden Plattform melden und eine Löschung der Beiträge verlangen.

 

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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