Internetrecht

Facebook Mobbing führte zum Selbstmord

Die Staatsanwaltschaft in Novara Italien überlegt, Anzeige gegen Facebook zu erstatten, nachdem ein gemobbtes Mädchen Selbstmord beging. Facebook wird vorgeworfen, beleidigende Nachrichten nicht schnell genug entfernt zu haben.

Facebook Mobbing führte zum Selbstmord © ferkelraggae-Fotolia

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Facebook Mobbing

Carolina Picchio, 14, wurde von den Kumpeln ihres ex-Freunds über Facebook gemobbt. Die Jungen sollen ihr eine Flut an beleidigende Nachrichten geschickt haben. Dazu kamen 2,600 vulgäre Nachrichten über den Nachrichtendienst WhatsApp.

Die Familie des Mädchens soll Facebook über die Ereignisse informiert haben und das soziale Netzwerk darum gebeten haben, den abwertenden Inhalt zu entfernen. Allerdings hat Facebook nicht auf das Flehen reagiert.

Auf Initiative des italienischen Elternvereins prüft der italienische Staatsanwalt Francesco Saluzzo, ob er Klage gegen Facebook-Mitarbeiter erheben kann.

Laut einer Meldung des Pressedienstes CNN glaubt Saluzzo die Mitarbeiter hätten es versäumt, die aggressiven Nachrichten zu entfernen, die möglicherweise zum Selbstmord des Mädchens geführt hätten. Das Versagen, die Nachrichten zu löschen, „spielte eine Rolle in der Entscheidung des Mädchens, Selbstmord zu begehen“, erklärte Saluzzo dem Pressedienst gegenüber.

Mobbing melden

Auf den Vorfall hin drückte Facebook sein Beileid aus und erklärte, dass es Links auf der Seite gibt, die verwendet werden können, um Mobbing zu melden.

Ferner wies das soziale Netzwerk darauf hin, dass es beleidigenden Inhalt entfernt, sofern es Meldungen der User erhält. In akuten Fällen übermittle Facebook Meldungen über Belästigung und Mobbing sogar an die Staatsanwaltschaft.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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