Internetrecht

Wie Facebook zur Plattform für Betrüger wird

In den letzten Wochen wurde immer häufiger über betrügerische Machenschaften in Verbindung mit Gutscheinen berichtet. Sogenannte „Fake-Gutscheine“ kursieren im Netz, die Betrüger finden vor allem durch Facebook eine geeignete Plattform um diese in der Community zu verbreiten

 

Betrugsmasche: Facebook-Gutschein

Diesmal traf es H&M. Das schwedische Textilhandelsunternehmen bot die Grundlage für die betrügerischen Gutscheine. Dabei warb eine Facebook Seite mit einer ähnlichen Aufmachung, wie sie bei H&M Internetauftritten zu finden ist, mit Meldungen über den Erhalt von 500 Euro Wertgutscheinen. Diese Meldungen wurden hauptsächlich über Gruppen innerhalb von Facebook verbreitet und beinhalteten einen externen Link, auf welchem man den Gutschein von H&M erhalten sollte.

Auf diesem Link angekommen stellte der Nutzer fest, dass für den Erhalt des Gutscheins lediglich drei Dinge von ihm verlangt wurden. Die Schritte beinhalteten die Verbreitung der Fake Meldung, sodass weitere User angesprochen wurden. Doch auch nach Absolvierung der drei Schritte, erhielt man keinen Gutschein und wurde wieder auf eine externe Seite weitergeleitet. Auf dieser bemühen sich die Betrüger darum weitere Informationen über den User zu erhalten, um so eventuelle Abo-Fallen und Spammeldungen zu verbreiten.

Nicht der erste Versuch dieser Art

Eine weitere Userin hatte ebenfalls schon davor gewarnt die persönlichen Daten preiszugeben, da die Betrüger nach der Angabe ihrer persönlichen Daten versuchten, telefonisch an ihre Bankdaten zu gelangen, um ihr „den Betragswert des Gutscheins zu übermitteln“.

Bereits am 06.08.2014 wurde von verschiedenen Virus-Meldungen in Verbindung mit 500-Euro-REWE-Gutscheinen berichtet. Auch der Versandhandel Amazon war Anfang des Jahres betroffen.

Die Erkennung der betrügerischen Meldungen/Webseiten

Um diesen Betrügern nicht in die Falle zu tappen und neben Zeit womöglich auch noch Geld zu verlieren, sollten Sie aufmerksam werden, wenn Sie auf Webseiten weitergeleitet werden, die folgende Merkmale beinhalten:

– Adjektiven wie „kostenlos“ oder „gratis“ stehen groß im Vordergrund

-Ein Formular zur Informationsabgabe Ihrer Daten steht im Zentrum

-Es ist kein Impressum aufgeführt und wenn doch sind es meist Unternehmen mit Geschäftssitz im Ausland

-Direkte Zugänge zu den angeblich existierenden Gutscheinen gibt es nicht

Betrugsmasche: Facebook-Gutschein

Rechtliche Grundlage, wenn man in eine Abo-Falle geraten ist

Wenn Sie nun doch ein Betroffener so einer Abo-Falle sind, gibt es mehrere Möglichkeiten aus dieser zu entkommen. Der Vertrag kann auf Grund von Täuschung angefochten werden. Dabei werden bei Abschluss von Verträgen wichtige Details, die für den Abschluss von entscheidender Bedeutung sind, nur sehr unübersichtlich oder überhaupt nicht benannt. Der Kunde geht in diesem Falle davon aus, dass er durch die Bestellung oder durch das leisten seiner Unterschrift ein kostenloses Angebot erhalte oder  er ist sich im schlimmsten Fall noch nicht einmal bewusst darüber, dass er ein Abonnement abgeschlossen hat.

In diesem Fall spricht man im juristischen Kontext von der Anfechtung wegen Täuschung. Sollte es zu so einer Täuschung gekommen sein, sollten Sie unverzüglich eine schriftliche Erklärung über die Vertragsfalle an den Betreiber abgeben. In dieser müsste so genau wie möglich erklärt werden, warum Sie nicht davon ausgingen ein kostenpflichtiges Abo oder überhaupt ein Abonnement abgeschlossen zu haben.

Die Anfechtung wegen Täuschung kann innerhalb eines Jahres erklärt werden, wobei die Frist in dem Monat beginnt, in dem die Täuschung „entdeckt“ wurde. Durch eine Bestätigung des Zugangs des von Ihnen erstellten Anfechtungsschreibens, entfaltet die Anfechtung wegen Täuschung ihre volle Wirksamkeit und der Vertrag wird als „nichtig“ betrachtet. Eine eventuelle Schadensersatzforderung seitens der Betreiber wird von den Gerichten ausgeschlossen. In den Fällen der Täuschung sollten Sie vielmehr eine eventuelle Prüfung des versuchten Betruges nach § 263 des Strafgesetzbuches durchführen lassen.

Neben der Täuschung können Sie sich auch auf Ihr Widerrufsrecht beziehen. Mit diesem können Sie als Privatperson die Vertragserklärung widerrufen. Dies muss innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Widerrufsbelehrung erfolgen. Sollten Sie diese nicht erhalten haben, steht Ihnen sogar ein verlängertes Widerrufsrecht zu.

Fazit

Um derartige Aufwendungen jedoch zu vermeiden, sollten Sie darauf achten jegliche persönlichen Angaben zu unterlassen und vermeintliche „gratis“ Angebote genauestens betrachten, bevor Sie sich mit diesen weiter auseinandersetzen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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