Internetrecht

Facebook: 83 Millionen Fake-Accounts

Facebook zählte laut Quartalsbericht im Juni 955 Millionen User, die sich mindestens einmal im Monat einloggen. Dass darunter 83 Millionen Fake-Accounts sein sollen lässt die Aktie des kalifornischen Unternehmens noch weiter abstürzen – Zweifel an der Qualitätssicherung werden laut.

In Facebooks erstem Quartalsbericht an die US-Börsenaufsicht SEC ist zu lesen, dass die Anzahl der Nutzer-Accounts zwar steigt, aber auch immer mehr Fake-Accounts angelegt werden. Schätzungen des Unternehmens gehen bei 4,8 % der Profile von Mehrfach-Accounts aus. Hierbei handelt es sich um Personen, die mehrere Identitäten im sozialen Netzwerk pflegen. Bei weiteren 2,4 % handelt es sich um keine Personen, sondern um Profile von Firmen oder Haustieren. Besonders ärgerlich für User und Unternehmen gleichermaßen sind die 1,5 % „unerwünschter“ Profile, die lediglich betrieben werden, um Spam zu versenden. Insgesamt sind also 8,7 % der Accounts irrelevant. Im März dieses Jahres lag diese Zahl noch bei 6 %.

 

Neben den Fake-Accounts müssen weitere 5 % der täglich 552 Millionen Nutzer herausgerechnet werden, da die gemessenen Zugriffe automatisch von mobilen Datengeräten – also nicht vom Nutzer veranlasst – stattfinden. 102 Millionen Netzwerker nehmen nach Schätzungen ausschließlich mobil an Facebook teil.

 

Angesichts dieser Zahlen reagieren Facebooks Werbekunden zunehmend unzufrieden. Sie wollen sichergehen, dass ihre personalisierte Werbebotschaften auch bei der avisierten Nutzergruppe ankommt. In diesem Zusammenhang sorgte ein Startup für Aufregung. Dieses will ermittelt haben, dass Facebook Programme einsetzt, welche die Klickzahlen auf Anzeigen erhöht und somit seine Kunden betrügt. Auch die hohe Zahl an Nutzern, die nur über Handy bei Facebook online gehen, stellt das Unternehmen vor neue Herausforderungen. Dort gibt es nämlich bislang keine Werbeeinblendungen.

 

Zusammen mit der Verlustmeldung von 157 Millionen US-Dollar im vergangenen Quartal schlugen die Nachrichten auf den Aktienkurz. Die Aktie sank am Donnerstag zum ersten Mal unter 20 US-Dollar. Anleger, die zum Ausgabekurs von 38 US-Dollar gekauft hatten haben damit fast die Hälfte ihrer Investition verloren.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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