Internetrecht

Energiekennzeichnung für Staubsauger wird Pflicht

Staubsauger müssen ab dem 1. September 2014 auch mit einer Energiekennzeichnung versehen werden. Diese Pflicht gilt für alle Händler, auch im Onlinebereich. Wer sich nicht daran hält riskiert teure Abmahnungen.

 

Ab dem 1. September 2014 gelten neue Pflichten für Lieferanten und Händler von Staubsaugern zur Energiekennzeichnung  © IckeT - Fotolia

Neue Energiekennzeichnung für Staubsauger wird Pflicht © IckeT – Fotolia

Die Energiekennzeichnung

Am 1. September 2014 tritt die Delegierte Verordnung (EU) Nr. 665/2013 in Kraft. Darin ist die neu vorgeschriebene Pflicht zur Energiekennzeichnung geregelt. Die Verordnung gilt dabei für netzbetriebene Staubsauger einschließlich Hybridstaubsaugern. Es gibt jedoch auch eine größere Gruppe von Geräten, die nicht unter diese Verordnung fallen. Dazu gehören beispielsweise Nasssauger und Staubsauger für den Außenbereich.

Pflichten für Lieferanten

In Artikel 3 der Verordnung werden zunächst die Pflichten für Lieferanten genannt. Diese müssen ab dem Stichtag jedem Gerät sowohl ein Etikett als auch ein Produktdatenblatt beilegen. Der notwendige Inhalt für das Produktdatenblatt wird in Anhang III näher beschrieben. Das Etikett hingegen muss dabei den Vorgaben des Anhang II der Verordnung entsprechen. Diese stellen das sogenannte „Energielabel“ dar und sind in drei unterschiedlichen Versionen vorgesehen. So wurde jeweils ein Energielabel für Universal-, Hartboden- und Teppichboden-Staubsauger entworfen.

Diese Label unterteilen die Geräte bisher in die Energieeffizienzklassen A+++ bis G. Ab dem 1. September 2017 werden sie sich nochmals ändern und nur noch die Energieeffizienzklassen A+++ bis D umfassen. Auch in 3 Jahren müssen sich Lieferanten also erneut umstellen. Die verschiedenen Mess- und Berechnungsmethoden werden in Anhang VI erläutert. Mit Hilfe dieser Werte wird die Energieeffizienzklasse nach der Tabelle in Anhang I ermittelt. Dort finden sich auch die Tabellen für die Reinigungs- und Staubemissions-Klassen.

Pflichten für Online-Händler

Doch auch für die Händler entstehen aus der Verordnung neue Pflichten. Artikel 4 beschreibt dabei allgemein die Pflichten für alle Händler. Dabei wird für Online-Händler in Artikel 4 b) der Verordnung auf den Anhang V verwiesen. In diesem Anhang sind alle Informationen aufgelistet, die ab dem 1. September für den Verbraucher verfügbar sein müssen.

„1. Die in Artikel 4 Buchstabe b genannten Informationen sind in nachstehender Reihenfolge anzugeben:
(a) die Energieeffizienzklasse, ermittelt gemäß Anhang I;
(b) der durchschnittliche jährliche Energieverbrauch gemäß Anhang VI;
(c) bei Universalstaubsaugern und Teppichstaubsaugern die Teppichreinigungsklasse, ermittelt gemäß Anhang I; bei
Hartbodenstaubsaugern die Angabe „nicht für den Gebrauch auf Teppichen geeignet“;
(d) bei Universalstaubsaugern und Hartbodenstaubsaugern die Hartbodenreinigungsklasse, ermittelt gemäß Anhang I;
bei Teppichstaubsaugern die Angabe „nicht für den Gebrauch auf harten Böden geeignet“;
(e) die Staubemissionsklasse, ermittelt gemäß Anhang I;
(f) der Schallleistungspegel gemäß Anhang VI.
2. Werden noch weitere Angaben, die im Produktdatenblatt enthalten sind, bereitgestellt, sind sie in der Form und
Reihenfolge gemäß Anhang III aufzuführen.
3. Schrifttyp und Schriftgröße, in der alle in diesem Anhang genannten Angaben aufgeführt werden, müssen gut lesbar
sein.“

Wichtig ist dabei, dass die Informationen auch in der vorgeschriebenen Reihenfolge angegeben werden müssen!

Bei Nichtumsetzung drohen Abmahnungen

Nachdem in den letzten Monaten bereits die Energiekennzeichnung von Waschmaschinen, Geschirrspülern und Fernsehern angepasst wurden, folgen nun also ein Großteil der Staubsauger. Alle Händler sollten nun also nochmals genau prüfen, ob sie von der neuen Verordnung betroffen sind und ihre Produktbeschreibung entsprechend anpassen. Ein Verstoß gegen diese neuen Anforderungen an die Energiekennzeichnung kann zu teuren Abmahnungen führen. Dabei reicht es schon aus, in der falschen Reihenfolge informiert zu haben.

Wenn Sie diesbezüglich Fragen haben, zögern Sie nicht, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Gerne beraten wir sie bei der korrekten Umsetzung der Verordnungen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×