Internetrecht

eco Verband schafft Kompetenzzentrum für Voice-over-IP

Der eco Verband der deutschen Internetwirtschaft hat einen neuen Arbeitskreis gegründet, der sich künftig mit dem derzeit heiß diskutierten Thema Voice-over-Internet Protocol (VoIP) beschäftigen wird. Es ist das Ziel des Arbeitskreises, Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen über die Chancen, die sich durch den Einsatz der Internet-Telefonie ergeben, zu informieren und Handlungsanweisungen an die Hand zu geben. Daneben sollen aber auch Sicherheitsbedenken ausgeräumt und Fragen hinsichtlich der Risiken beantwortet werden. „Mit dem Arbeitskreis bekommen Marktteilnehmer eine Plattform, auf der neue Geschäftsmodelle, die Entwicklung der Technologie und des Marktes sowie rechtliche und sicherheitsrelevante Rahmenbedingungen erörtert werden können“, sagt Mike Behrendt, Leiter des Arbeitskreises und Vorstand der outbox AG.

Die konstituierende Sitzung des neuen Arbeitskreises war mit über sechzig Teilnehmern sehr gut besucht. Die Teilnahme jeweils eines Vertreters der Bundesnetzagentur und des Bundesministeriums für Wirtschaft unterstreichen die hohe Bedeutung der Veranstaltung. „Dies ist ein Indiz dafür, dass das Thema VoIP derzeit eine sehr hohe Brisanz hat“, bestätigt Mike Behrendt. „Allerdings hat die erste Sitzung auch gezeigt, dass der Bedarf an Information und Know-how noch sehr groß ist.“

Thematisch stand zunächst der Status Quo im Zusammenhang mit der VoIP-Technologie im Mittelpunkt. Besonderes Interesse zeigten die Teilnehmer laut Mike Behrendt an der Möglichkeit, 0900-Servicenummern über VoIP erreichbar zu machen. Daneben scheint der Bedarf an virtuellen Telefonanlagen – besser bekannt unter dem Namen Hosted PBX – zu wachsen, zumindest bestand für diese Thematik eine hohe Nachfrage. „Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass Unternehmen von kostengünstigen Verbindungen über Datennetze bei gleichzeitiger Verlagerung des Technologie-Risikos auf den externen Dienstleister profitieren können. Die Ansprüche wachsen – VoIP ist erwachsen geworden“, so Mike Behrendt. Auch die Steigerung der Attraktivität von VoIP durch ENUM ist derzeit ein heißes Eisen. Insbesondere die Erreichbarkeit aller Dienste wie Telefon und E-Mail unter einer einzigen Adresse standen während der konstituierenden Sitzung des eco-Arbeitskreises im Fokus der Betrachtung.

Im Gespräch sind schließlich derzeit auch die Auswirkungen der Entbündelungs-entscheidung der Bundesnetzagentur auf die Marktverhältnisse und den Wettbewerb. Allgemein wird die Entscheidung der Bundesnetzagentur, mit der die Deutsche Telekom AG verpflichtet wird, Wettbewerbern auf deren Nachfrage einen entbündelten Breitbandzugang auf IP-Basis zu gewähren, begrüßt. Kritisch gesehen wird hingegen die Pflicht zur Daten-herausgabe zur Gefahrenabwehr, die Eingang in den Telemediengesetzentwurf des Bundesrates gefunden hat.

Im Rahmen der nächsten Sitzung des Arbeitskreises VoIP, der voraussichtlich im Februar 2007 stattfinden wird, werden die Themen Sicherheit/Verfügbarkeit, Quality of Service und Peering/Interconnection auf der Tagesordnung stehen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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