Internetrecht

Dynamic Pricing – Immer mehr Unternehmen passen Preise auf einzelne Kunden an

Viele Unternehmen verändern heutzutage täglich die eigenen Preise für Produkte und Dienstleistungen. Nicht jeder Kunde zahlt dabei den gleichen Preis. Unternehmen nutzen die ihnen zu Verfügung stehenden Informationen über Käufer und Einkaufsverhalten, um personalisierte Angebotspreise zu erstellen.

Dynamic Pricing – Immer mehr Unternehmen passen Preise auf einzelne Kunden an ©-cirquedesprit-Fotolia

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Preistricks zum Nachteil der Kunden

Früher haben Unternehmen die Preise für Waren und Dienstleistungen meist einmalig kalkuliert und dann über einen langen Zeitraum angeboten. Veränderungen des Verkaufspreises spielten, wenn überhaupt, im Rahmen von Schlussverkäufen oder besonderen Verkaufsaktionen eine Rolle. Käufer zahlten im Regelfall immer den gleichen Betrag für eine Ware, außer sie bewiesen gutes Verhandlungsgeschick.

Unternehmen gewinnen Informationen

Heutzutage nutzen Unternehmen alle zu Verfügung stehenden Informationen zur Preisgestaltung. Nutzer wissen dabei oftmals gar nicht, welche persönlichen Informationen sie bei dem Besuch einer Internetseite offenbaren. In den meisten Fällen erhalten Seitenbetreiber so zum Beispiel Informationen über die Art des für den Seitenbesuch verwendeten Endgerätes, die Regelmäßigkeit der Seitenaufrufe oder die Nutzung von Werbeanzeigen. So kann es sein, dass Apple-Nutzern ganz andere Preise angezeigt werden, als Nutzern von Android-Geräten. Auch können die gleichen Produkte tagsüber günstiger sein, als am Abend. Aufgrund der durch Algorithmen bewerteten Erwartungen zu der wirtschaftlichen Stärke und persönlichen Kaufbereitschaft eines Internetnutzers werden individuell kalkulierte Preise angezeigt.

Wiederholter Preisvergleich lohnt

Wiederholt haben Studien gezeigt, dass Preisanpassungen teilweise im Sekundentakt erfolgen. Die Spannbreite der für Produkte angezeigten Angebotspreise kann dabei erheblich sein. Verbraucher sollten daher stets Angebote vergleich und Preiseentwicklungen im Blick haben. Auch kann es sich lohnen, verschiedene Internetseiten mit unterschiedlichen Geräten zu verschiedenen Tageszeiten zu besuchen.

Möglichst wenig Informationen ungewollt weitergeben

Internetnutzer, die möglichst wenig Informationen über sich und das eigene Surf-Verhalten offenbaren möchte, sollten die Privatsphäre-Einstellungen des verwendeten Internetbrowsers entsprechend einstellen. Auch Cookie-Blocker können helfen, das eigene Surf- und Kaufverhalten weitestgehend vor Dritten zu verbergen. (NIH)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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