Internetrecht

Der DRPR rügt Schleichwerbung bei „Wetten dass, …“!

Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) rügt die Agentur Dolce Media, sowie die Unternehmen Fleurop und Fressnapf aufgrund von Schleichwerbung in der ZDF-Sendung „Wetten dass…“.

Der DRPR ist den Anschuldigungen aus zahlreichen Medienberichten, die Anfang des Jahres den Verdacht der Schleichwerbung in der beliebten Show „Wetten, dass…“ hegten, nachgegangen. Der Rat hat zur Ermittlung unter anderem eine schriftliche Befragung bei den beteiligten Unternehmen durchgeführt. Diese hat den Verdacht bestätigt. Nun rügt der Rat öffentlich das Verhalten der Unternehmen Fleurop und Fressnapf, ebenso wie das Verhalten der Agentur Dolce Media. Alle drei sollen zu Werbezwecken versucht haben indirekten Einfluss auf die Inhalte der ZDF-Sendung zu erlangen. Konkret wurde dem ZDF vorgeworfen in der Sendung mehrfach an den bevorstehenden Valentinstag erinnert zu haben, was dem Blumenhandel Fleurop zugute kam und Themen platziert zu haben, die über Anzeigenschaltungen bezahlt worden sind. Dieses Verhalten verstößt gegen die Artikel 4 und 15 des PR-Kodex Code de Lisbonne sowie gegen die DRPR-Richtlinie zur Schleichwerbung.

Auch Daimler, Audi und Solarworld werden ermahnt

Der Rat ermahnt auch die Werbepartner der Sendung: Daimler, Audi und Solarworld sollen bei der Bereitstellung ihrer Produkte darauf achten, dass sie den rechtlichen Rahmen bei bezahlten Medienkooperationen einhalten. Es soll in der Vergangenheit Verträge gegeben haben, die detaillierte Regieanweisungen enthielten, wie die Autos als Gewinnspielpreise präsentiert werden sollten. Aufgrund dieser Vorwürfe entschied das ZDF damals keine Autos mehr in den Gewinnspielen der Show auszuloben.

Der DRPR ist ein unabhängiges Organ, das aus verschiedenen Branchenexperten besteht. Eine Rüge oder Mahnung zieht keine rechtlichen Konsequenzen nach sich.

Schleichwerbung in Abgrenzung zur Produktplatzierung

Von Schleichwerbung spricht man, wenn Produkte im Rahmen einer Sendung oder Veranstaltung genannt oder präsentiert werden, ohne dass auf den Werbezweck hingewiesen wird. Derartige Werbemaßnahmen sind unzulässig. Produktplatzierungen sind als gezielte Darstellung von Markenprodukten unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, müssen aber immer als solche gekennzeichnet werden.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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