Internetrecht

Cookie-Warnungen werden für Klickbetrug eingesetzt

Internet-Betrüger verwenden gefälschte Cookie-Warnungen, um Klicks auf Werbeanzeigen zu generieren. Internetnutzer merken hiervon meistens gar nichts. Wirtschaftliche Schäden entstehen bei Werbenetzwerken wie Google und Co.

Cookie-Warnungen werden für Klickbetrug eingesetzt ©-Erwin-Wodicka-Fotolia

Cookie-Warnungen werden für Klickbetrug eingesetzt ©-Erwin-Wodicka-Fotolia

Vor einiger Zeit wurden die europäischen Datenschutzbestimmungen abgeändert und die Cookie-Richtlinie umgesetzt. Folge war, dass viele Unternehmen seitdem auf der eigenen Internetseite sogenannte Cookie-Warnungen anzeigen und über Trackingmaßnahmen informieren müssen. Internetnutzer sind an diese Hinweise auf die Verwendung von Cookies auf einer Internetseite bereits gewöhnt und klicken diese meistens automatisch weg.

Geld für Klick auf unsichtbare Werbeanzeige

Sicherheitsexperten der Firma Malwarebytes haben nun entdeckt, dass eine große Zahl von Internetseiten existiert, auf der Betrüger Werbeanzeigen unsichtbar hinter einer gefälschten Cookie-Warnung platzieren. Dabei wird auf einer Internetseite eine – für den durchschnittlichen Internetnutzer – bekannte Cookie-Warnung platziert und darüber im selben Fenster eine Werbeanzeige gelegt. Diese wird farblich unsichtbar gestaltet und ist daher für den Internetnutzer als solche nicht zu erkennen. Der Internetnutzer klickt dann wie üblich auf die vermeintliche Cookie-Warnung, um das angezeigte Fenster zu schließen. In diesem Moment klickt der Internetnutzer aber nicht auf die Cookie-Warnung, sondern auf die versteckt platzierte Werbung. Die verantwortlichen Betreiber verzeichnen so einen „echten“ Klick auf eine Werbeanzeige, obwohl der Verantwortliche die Anzeige gar nicht wahrgenommen hat. Da für jeden „echten“ Klick eine Provision anfällt, kann diese Art von Klickbetrug für die Betreiber also durchaus lukrativ sein.

Klickbetrug: Wirtschaftlicher Schaden bei Werbenetzwerk

Auch wenn der Internetnutzer in den meisten Fällen gar nicht bemerkt, dass er auf eine versteckte Werbeanzeige geklickt hat, so entsteht doch ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden bei Werbenetzwerken wie Google. Diese zahlen für Klicks auf Werbeanzeigen und werden – genauso wie die Werbekunden – letztlich betrogen. Möchten Werbenetzwerke wie Google diese Art von Klickbetrug zeitnah unterbinden, werden Möglichkeiten gefunden werden müssen, die zuverlässig und automatisch erkennen, ob ein Klick auf eine Werbeanzeige aktiv und bewusst vom Internetnutzer ausgeführt wurde oder nicht. (NIH)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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