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clever-gefunden.com – Vorsicht vor Anrufen der Firma deal UP

Vorsicht vor Anrufen der Firma deal UP. Hierbei handelt es sich um eine klassische Abofalle und Telefon-Branchenbuchabzocke. Für fast 1000 Euro sollen Betroffene einen Eintrag in das völlig unnütze Register clever-gefunden.com erhalten. Die Gespräche werden mitgeschnitten und nachträglich manipuliert. Doch Betroffene können sich erfolgreich wehren.

Vorsicht! Telefon-Abofalle der Firma „deal UP“

Aktuell werden massiv Gewerbetreibende und Freiberufler per Telefon vom Unternehmen deal UP (Alexander Peters, Gewerbepark 11, 49143 Bissendorf) per Telefon kontaktiert. Dabei wird durch Mitarbeiter der Firma deal UP eine Stresssituation des Angerufenen ausgenutzt, die durch den überrumpelnden Telefonanruf hervorgerufen wird. Die Folge: Ein teurer Abo-Vertrag, in den Betroffene jedoch nie eingewilligt haben.

Deal UP, Alexander Peters, clever-gefunden.com

Hinter der Firma deal Up aus Bissendorf (Niedersachsen), die laut Webseite angeblich eine Agentur für Onlinemarketing sein soll, steckt Herr Alexander Peters, in Branchenbuch- Abzock-Kreisen ein alter Bekannter. Denn in der Vergangenheit trat er bereits als Geschäftsführer der Alexander Peters Online GmbH und der digitale vertriebs- und verlagsgesellschaft mbH in Erscheinung. Und auch mit diesen Unternehmen versuchte Herr Alexander Peters, durch Tricks Vertragsabschlüsse zu provozieren.

Mittlerweile betreibt Inhaber Alexander Peters über seine Firma deal UP die Webseite clever-gefunden.com. Bei der Webseite handelt es sich um eine unbedeutende und unnütze Branchenbuchseite. Zwar wird Betroffenen telefonisch etwas anderes suggeriert, doch die vermeintlich hohe Relevanz der Webseite ist in Wirklichkeit nicht zutreffend.

Die deal UP Abzock-Masche

Die aktuelle Telefon-Masche der Firma deal UP läuft nach unseren Kenntnissen immer gleich ab: Mitarbeiter der Firma deal UP suggerieren den Angerufenen am Telefon, dass ein bislang kostenfreier Google-Eintrag künftig kostenpflichtig wird und man diesen nun kündigen könne. Zahlreiche Betroffene haben uns zudem berichtet, dass sich Mitarbeiter am Telefon gar als Google-Vertreter zu erkennen gaben. Dies wäre übrigens ein klar strafbarer Betrugsversuch. Die Gespräche jedenfalls werden stets höchst professionell und äußerst geschickt geführt, so dass ein neutraler Dritter den Eindruck gewinnen kann, dass es sich hierbei um einen Vertragsschluss handelt.

Das Ziel dabei: Die Betroffenen sollen teure Abo-Verträge für einen Eintrag in ein unnützes Branchenbuch eingehen. In vielen Fällen geben Betroffene während des Telefonats leider auch die von deal UP beabsichtigten Antworten, so dass die Betroffenen kurz darauf eine böse Überraschung erleben. Denn das gesamte Gespräch wird aufgezeichnet. Ein späterer Zusammenschnitt einzelner Gesprächsinhalte erzeugt dann den Eindruck, als habe der Angerufene tatsächlich in ein künftiges Vertragsverhältnis eingewilligt. Eine perfide Masche.

Nach Telefonat folgt drei Jahres Vertrag und 1000 Euro-Rechnung

Die ahnungslosen Betroffenen jedenfalls erhalten zeitnah nach dem Telefonat per Post eine saftige Rechnung. Erst jetzt wird zahlreichen Gewerbetreibenden und Freiberuflern bewusst, dass sie auf eine ärgerliche und vor allem kostspielige Masche hereingefallen sind.

Aus den AGB der Firma deal UP, die auf der Seite clever-gefunden.com einzusehen sind, geht hervor, dass die Mindestlaufzeit des vermeintlich am Telefon eingegangenen Vertrags stolze 12 Monate betragen soll. Die Gesamtlaufzeit beträgt 24 + 12 Monate, also insgesamt drei Jahre. Der Vertrag ist laut deal UP-AGB mit einer Frist von sechs Wochen zum Ablauf des zweiten Vertragsjahres kündbar. Ansonsten soll sich der Vertrag um die genannten weiteren 12 Monate verlängern. Die Forderung beträgt in den uns bekannten Fällen unglaubliche 949,62 Euro.

Und wer nicht zahlt, erhält zunächst einige Mahnschreiben und dann ein Schreiben der EuroTreuhand-Inkasso-GmbH (Amsterdamer Str. 133b, 50735 Köln). Diese fordern dann bereits einen Betrag von 1.080,47 Euro.

Telefon-Mitschnitte werden manipuliert

Fakt jedoch ist: Die Betroffenen wurden zwar telefonisch durch deal UP kontaktiert, doch Inhalt der Gespräche war in allen uns bekannten Fällen lediglich der Abgleich bereits vorhandener gespeicherter Daten bzw. das ein bislang kostenfreier Google-Eintrag gekündigt werden solle. Über einen Vertragsschluss bezüglich eines künftigen kostenpflichtigen Branchenbucheintrags wurde während der Telefonate tatsächlich nie gesprochen. Wir gehen davon aus, dass die Mitschnitte der Telefonate nachträglich zu Lasten der Betroffenen manipuliert werden.

Daher sollten sich Betroffene gegen die gestellten Forderungen zur Wehr setzen und die Firma deal UP dazu auffordern, auf die Ansprüche zu verzichten. Hier empfiehlt es sich, rechtsanwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Erfolgsaussichten, ohne Zahlung aus der unangenehmen Abzock-Masche herauszukommen, sind enorm hoch.

Sie haben Fragen oder möchten wissen, was wir für Sie tun können? Wir helfen Ihnen gerne!

Gerne beraten Sie unsere Rechtsanwälte über Abzock-Tricks und Verteidigungsmöglichkeiten im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätztung – rufen Sie uns an unter 0221 / 9688 8119 30 (Beratung bundesweit).

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tsp

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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