Arbeitsrecht

Bundesliga-Schiedsrichter hat keinen Anspruch auf Weiterbeschäftigung

Malte Dittrich, Ex-Bundesliga-Schiedsrichter, klagte  vor dem Hessischen Landesarbeitsgericht auf Weiterbeschäftigung. Doch seine Klage blieb erfolglos. blieb erfolglos. Der Grund: Profi-Schiedsrichter des DFB würden nur Verträge über einzelne Spiele abschließen. Sie erhalten gerade keinen Vertrag über eine ganze Saison. 

Das Hessische Landesarbeitsgericht (LAG) hat die Berufung des Schiedsrichters Dr. Malte Dittrich, der zwischen den Bundesliga-Spieltagen hauptberuflich als Anwalt tätig ist, zurückgewiesen (Urt. v. 15.03.2018, Az., 9 Sa 1399/16). Der in diesem Verfahren ausnahmsweise nicht Unparteiische stand zuletzt in der Spielzeit 2014/2015 auf der sog. Schiedsrichter-Liste des DFB. Darin benennt der Schiedsrichterausschuss diejenigen Schiedsrichter (einschließlich der Assistenten und des 4. Offiziellen), die für die Spielleitung in den Lizenzligen (1. und 2. Bundesliga), in der 3. Liga und im DFB-Pokal als geeignet angesehen werden.

Der deswegen für die Spielzeit 2014/2015 abgeschlossene befristete Vertrag zwischen dem DFB und dem Schiedsrichter über die Grundlagen der Schiedsrichtereinsätze war durch den DFB nicht mehr für die nächste Saison erneuert worden. Der letzte Einsatz Dittrichs hatte Ende Mai 2015 in der 3. Liga stattgefunden.

Nach 9 Spielzeiten keine Befristung mehr möglich?

Dittrich, der sich im Verfahren selbst vertrat, hatte zunächst erfolglos vor dem Arbeitsgericht (ArbG) Frankfurt am Main geklagt, um weiter bei Spielen pfeifen zu können, die nur durch Schiedsrichter der Liste geleitet werden (Urt. v. 14.09.2016, Az., 6 Ca 1686/16). Auch im Berufungsverfahren machte er geltend, er sei in den Saisons bis Sommer 2015 wie ein Arbeitnehmer weisungsgebunden zu bestimmten Spielen nach einem Dienstplan eingesetzt worden, gebunden durch fachliche und inhaltliche Weisungen. Da er über die Dauer von insgesamt 9 Spielzeiten herangezogen wurde, habe der DFB seinen Vertrag nicht mehr befristen dürfen. Der Vertrag gelte deshalb fort, er müsse weiter im Profi-Bereich eingesetzt werden.

Kein Beschäftigungsanspruch für Schiedsrichter Dittrich

Das LAG jedoch kam zu einem völlig anderen Ergebnis. Denn bei der Rahmenvereinbarung handele es sich überhaupt nicht um einen Arbeitsvertrag, sondern diese regele lediglich die Bedingungen für im Laufe der Saison abgeschlossene Einzelverträge zur Spielleitung. In der Vereinbarung finde sich keine Verpflichtung, bestimmte Spiele zu übernehmen. Insofern könne auch kein Beschäftigungsanspruch daraus abgeleitet werden. Auch könne Dittrich nach der Rahmenvereinbarung ausdrücklich nicht verlangen, dass man ihm Spiele zuweise. Da der im Streit stehende Schiedsrichtervertrag kein Arbeitsvertrag sei, könne er daher nicht nach den Befristungsregeln für Arbeitsverträge überprüft werden.

Die Revision zum Bundesarbeitsgericht (BAG) ist nicht zugelassen worden. Damit wird das Urteil rechtskräftig, wenn keine erfolgreiche Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt wird.

Beim Deutschen Fußballbund (DFB) indess wird man das Urteil mit Erleichterung vernommen haben. Denn wäre das Ergebnis ein anderes gewesen, hätte der DFB womöglich das Schiedsrichter-Wesen komplett umkrempeln müssen.

tge/tsp

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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