Internetrecht

Betrug – Fake-Shops bieten Markenprodukte an und liefern nicht

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, dass die Zahl von gefälschten Markenshops im Internet erheblich zugenommen hat. Online-Betrüger betreiben vermehrt Fake-Shops, auf denen hochwertige Markenprodukte zu sehr günstigen Preisen angeboten werden. Gezahlt wird das vermeintliche Schnäppchen vom Kunden dann per Vorkasse. Das Geld ist weg, die scheinbar günstige Ware wird aber nie verschickt. Auf dem Schaden bleibt der Käufer fast immer sitzen.

Betrug - Fake-Shops bieten Markenprodukte an und liefern nicht ©-Erwin-Wodicka-Fotolia

Betrug – Fake-Shops bieten Markenprodukte an und liefern nicht ©-Erwin-Wodicka-Fotolia

Fake-Shops in jedem Marktbereich

Betrüger eröffnen Fake-Shops heutzutage für fast alle Produkte. Wichtig scheint Kriminellen vor allem zu sein, dass die angebotenen Produkte populär und gleichzeitig relativ hochpreisig sind. Die Vorgehensweise ist dabei immer ähnlich. Bekannte Internetseiten von Unternehmen werden entweder exakt nachgebildet oder in vergleichbarer Form kopiert und online gestellt. In anderen Fällen werden zumindest die Markennamen und Logos von bekannten Unternehmen auf der Internetseite eines Fake-Shops eingebunden, um einen ausreichenden seriösen Eindruck zu vermitteln. Ziel der Betrüger ist es, einen Internet-Shop online zu stellen, der einen möglichst offiziellen Eindruck auf Verbraucher macht. Angeboten werden dann Markenprodukte weit unter dem üblichen Marktpreis. Die einzige angebotene Zahlungsmethode ist Vorkasse. Kaufen und zahlen Kunden nun scheinbar bestellte Waren, behalten die Betrüger das Geld, schicken die bestellte Ware aber nie an die Kunden.

Vorwerk warnt vor Fake-Shops

Derzeit warnt der Thermomix-Hersteller Vorwerk auf der eigenen Internetseite vor Fake-Shops. Vorwerk hat über zehn verschiedene Fake-Shops entdeckt, die den Kassenschlager Thermomix weit unter dem üblichen Preis angeboten haben. Kunden, die dort einen Thermomix zu einem vermeintlichen Schnäppchenpreis gekauft haben, zahlten zwar einige hundert Euro, haben den angebotenen Thermomix jedoch nie erhalten. Die Fake-Shops enthielten das offizielle Vorwerk Markenlogo und Impressum.

Seitenbetreiber sitzen meist im Ausland

Die Seitenbetreiber richten solche Fake-Shops meist anonymisiert im Ausland ein. Die zivil- und strafrechtliche Verfolgung solcher Betrügereien ist daher meist nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Gelingt es Strafverfolgungsbehörden dann doch einzelne Fakeshops aus dem Internet zu entfernen, erscheinen kurze Zeit später neu gestaltete Internetseiten mit vergleichbaren Inhalten. Der Programmierungsaufwand für Betrüger ist dabei gering und die möglichen Ertragschancen scheinen hoch.

Nutzer müssen vorsichtig sein

Fakeshops funktionieren, weil vermeintliche Schnäppchen Kunden anlocken. Genauso wie im realen Leben, versuchen auch Internetnutzer möglichst preisgünstig an Waren zu gelangen. Verbrauchern sollte klar sein, dass es auch im Internet nichts geschenkt gibt. Bei besonders günstigen Angeboten sollte nicht blind zugeschlagen werden. Vor allem sollte nicht per Vorkasse gezahlt werden. Seriöse Online-Shops bieten meist andere Zahlungsmöglichkeiten an. Bestehen Zweifel an der Echtheit eines Internet-Shops, können Verbraucher Markenunternehmen direkt ansprechen und um Auskunft darüber bitten, ob es sich in einem konkreten Fall um einen offiziellen oder lizensierten Internetshop handelt oder nicht.  (NIH)

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Joachim sagt:

    Wer heute noch im Internet mit Vorkasse bezahlt, der braucht sich wegen Betrug nicht zu wundern.
    Ich bezahle lieber 2-3 Euro mehr für einen sicheren Zahlungsweg, als erst mal Geld zu schicken und dann zu warten und zu hoffen, ob auch die Ware irgendwann bei mir ankommt.

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