Internetrecht

Apple wegen HD Betrugs verklagt

Ein amerikanischer Anwalt hat eine Sammelklage gegen den Technologiekonzern Apple eingereicht. Das Unternehmen soll über iTunes HD Produkte verkauft haben, die auf vielen älteren Geräten nicht abspielbar waren.

Apple wegen HD Betrugs verklagt © ferkelraggae-Fotolia

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Altes iPhone

Der Anwalt war selbst Besitzer eines alten iPhones. Über iTunes 8.0 lud er den Film „Big Daddy“ in HD herunter. Erst danach merkte er, dass sein altes Handy nicht dazu geeignet war, Inhalte in hoher Auflösung abzuspielen. Stattdessen war der Film nur in „Standard Definition“ zu schauen. Für den HD Inhalt zahlte der Anwalt einen Aufschlag von $ 1.

Daraufhin erhob der Anwalt Klage gegen Apple wegen Betrugs, ungerechtfertigter Bereicherung und Verletzung des Verbraucherschutzrechts. Er reichte die Klage sowohl im eigenen Namen als auch als Sammelklage im Juni 2013 ein.

Betrug durch Apple

Der Anwalt behauptet, Apple habe ihn betrogen, da die vorgegebene Einstellung von iTunes 8.0 auf HD gestellt wurde, obwohl der Technologiekonzern wohl wusste, dass viele alte Geräte einschließlich iPhones oder iPads solche Inhalte nicht abspielen konnten.

Apple wird vorgeworfen, HD Inhalte an Besitzer von Standard-Geräten verkauft zu haben, obwohl die technische Möglichkeit bestand, dies zu verhindern. Apple habe es unterlassen, Kunden darauf hinzuweisen, dass bei solchen Geräten Inhalte nur in Standard Definition zu sehen waren. Viele Kunden hätten daher sinnlos den zusätzlichen $1 für HD Inhalt bezahlt.

Nach Ansicht der Anwalt, habe iTunes die alten Geräte automatisch erkannt. Daher hätte Apple dafür sorgen sollen, dass HD Inhalt nicht auf „Standard“ Handys heruntergeladen werden konnte. Im Rahmen der Klage verlangt der Anwalt Schadensersatz, zuzüglich Zinsen und Anwaltskosten.

Sündenbock

Anmerkungen von der Kanzlei Nietze betonen, dass es bei iTunes klar zu erkennen war, welche Inhalte HD waren und welche nur SD waren. Die Kanzlei ist der Meinung, der Anwalt suche nur einen Sündenbock, da er sich nicht anständig über sein eigenes Gerät informiert habe.

Nichtsdestotrotz gibt es sicherlich auch jene, die den gleichen Fehler gemacht haben, und die sich daher ebenfalls betrogen fühlen.

Es ist jetzt abzuwarten wie das Gericht auf die Klage reagieren wird.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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