Internetrecht

Abzocke bei zamaro.de?

Zamaro.de – Es klingt zu schön um wahr zu sein: Tolle Markenklamotten praktisch kostenlos im Tausch mit anderen Modebegeisterten bekommen. Nur Verpackung und Versand soll man zahlen. So klingt das Versprechen des Anbieters „zamaro.de“, der wohl nicht ganz zufällig an „zalando“ erinnert. Dahinter steht die Zamaro GmbH aus Poing bei München.

Doch der Traum von der endlosen Versorgung mit den neuesten Fashion-Highlights entpuppt sich schnell als trügerisch. Viele der wohl überwiegend weiblichen Nutzerinnen erleben eine böse Überraschung: Sie sollen insgesamt 384 € für eine „Swap-Mitgliedschaft“ mit 24 Wochen Laufzeit bezahlen.

Zamaro.de – Was ist geschehen?

Will man seine Bestellung aufgeben, wird man vor die Wahl zwischen Gratis-Mitgliedschaft zum Ausprobieren oder der PLUS-Swap-Mitgliedschaft mit 24 Wochen Laufzeit gestellt. Im weiteren Bestellvorgang bekommt man dann zwar mitgeteilt, dass die PLUS-Mitgliedschaft 24 Wochen läuft und 16 € pro Woche kosten soll, die Gesamtkosten werden jedoch nicht genannt.

Das ist nicht verwunderlich, denn die Kosten für das Angebot summieren sich auf 384 €. Das klingt nicht besonders günstig, vor allem wenn man bedenkt, dass 24 Wochen noch nicht mal ein halbes Jahr sind. Vielleicht hofft man ja, dass die geneigte Kundin irrtümlicherweise denkt, die Mitgliedschaft würde über die üblichen 24 Monate laufen.

Auch die weiteren Angaben im Bestellvorgang sind nicht gerade transparent. Es gibt keinen Button mit der Aufschrift „„zahlungspflichtig bestellen“, wie es das Gesetz verlangt. Stattdessen soll man auf „jetzt zahlen“ klicken. Das vermittelt eher den Eindruck, eine einmalige Leistung in Anspruch zu nehmen und nicht ein längerfristiges Abo. Außerdem heißt es, dass man der sofortigen Ausführung der Bestellung zustimmt und damit sein Widerrufsrecht verliert. Das widerspricht jedoch dem Verbraucherschutzrecht. Laut § 356 BGB kann man eine solche Erklärung nur ausdrücklich abgeben. Es müsste also einen speziellen Button oder ein spezielles Häkchen dafür geben.

Aus unserer Sicht wird hier versucht, den wahren Charakter des Abos zu verschleiern und die Betroffenen damit in eine Abofalle zu locken.

Was können Betroffene tun?

Aus unserer Sicht ist bereits kein Wirksamer Vertrag zustande gekommen. Da nicht wirksam auf den Widerruf verzichtet wurde, kann dieser immer noch erklärt werden. Wer eine Rechnung von zamaro.de im Posteingang hat, sollte daher den Widerruf erklären. Wenn zamaro dann nicht locker lässt, sollte anwaltliche Unterstützung in Anspruch genommen werden. Wir können Ihnen helfen und eine kostenlose Ersteinschätzung zu Ihrem Fall geben. (RaS)

Rechtsanwalt Rafael Struwe arbeitet seit 2013 in freier Mitarbeit für die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE mit Schwerpunkt Verkehrsrecht.

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RSSKommentare (4)

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  1. Petra Schmid sagt:

    Vielen Dank für das Veröffentlichen dieses Artikels. Sie helfen damit einer Unmenge geprellter Kundinnen dieses Unternehmens.

    siehe: https://www.facebook.com/groups/516453985174442/

    • Jenny Abrell sagt:

      Vielen Dank für diesen hilfreichen Artikel, bin leider auch „reingefallen“… dass hier kein rechtlicher Vertrag geschlossen wurde, ist beruhigend aber wie kann man solchen Firmen das „Handwerk legen“ es häufen sich ja schließlich die „Opferzahlen“ ???? Die sind so frech, ziehen jeden Monat aufs „Neue“ Beträge vom Konto ab und jedesmal muss man es zurückbuchen lassen, doch wer bezahlt die Rücklastschriftgebühren ???

  2. Marco sagt:

    Wie so oft hat wieder eine tolle Idee gehabt andere übers Ohr zu hauen und damit Reich zu werden. Der Sitz in Deutschland scheint aber gut für die Betroffenen zu sein. Hier sollten möglichst schnell Anzeigen beim sämtlichen Instanzen erfolgen. Verbraucherschutzzentrale und Wettbewerbzentrale können helfen.

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