Internetrecht

Abzocke bei billiger-shopping24.de und shopping-magazin24.de

Ein neues iPad für 25 Euro? Klingt gut. Unter den Domains billiger-shopping24.de, habibi.de oder auch shopping-magazin24.de finden sich geradezu unglaubliche Angebote. Aus unserer Sicht handelt es sich bei dem Portal um eine klassische Abofalle.

Die KitchenAid-Küchenmaschine für nicht mal 14 €, der Premium-Kaffee-Vollautomat für gerade einmal 100 €, ein iPad-Air für unter 25 € und viele weitere unfassbare Schnäppchen. Es lassen sich offensichtlich unfassbare Angebote auf den Seiten finden. Hinter all diesen Angeboten steckt die Habibi Media GmbH aus Berlin. Um auf Schnäppchenjagd zu gehen, muss man sich nur kostenlos auf der Seite registrieren. So jedenfalls wird es suggeriert. Doch wie immer bei Angeboten, die zu gut klingen um wahr zu sein, ist auch hier Vorsicht geboten!

Die wirklich spannenden Funktionen stehen nur „Premium-Nutzern“ zur Verfügung. Dafür ist eine kostenpflichtige Registrierung erforderlich, allerdings gibt es ein einmaliges Angebot: Für 1,95 € kann man das Portal 14 Tage lang testen. Der Preis variiert zeitweilig. Manchmal werden auch 4,95 € oder ähnlich günstige Preise für die Testphase verlangt. Doch spannend wird es erst, wenn man herunterscrollt und das Kleingedruckte liest: Kündigt man nicht innerhalb von zwei Wochen, werden 279 € Jahresbeitrag fällig.

Unserer Rechtsauffassung nach, ist das Kleingedruckte zu versteckt und der Bestellvorgang entspricht insgesamt nicht den Regeln über den elektronischen Geschäftsverkehr. Zahlreiche Nutzer des Portals berichten, dass sie sich betrogen fühlen. Die angeblichen Schnäppchen entpuppen sich schnell als heiße Luft. Jedenfalls haben wir noch von niemandem gehört, der wirklich mal bei habibi.de ein Premium-Produkt zu einem derart niedrigen Preis ergattert hätte.

Das böse Erwachen kommt zumeist mit der Rechnung. Die Nutzer fühlen sich geprellt, da ihnen aufgrund der Gestaltung der Seite nicht klar war, dass sie hier zur Kasse gebeten werden.

billiger-shopping24.de – Habibi Media GmbH unter verschiedenen Seiten-Namen aktiv

Bei der Habibi Media GmbH ist man offenbar kreativ. Häufig tauchen neue Seiten auf, wie beispielswesie preiswert-shoppen24.de. Dort landet man aber ebenfalls auf der Seite von habibi.de. Der Geschäftsführer der Habibi Media GmbH, David Jähn, ist in der Szene kein unbekannter. Schon vor Jahren ging er mit Seiten wie melango.de oder b2b-beschaffungsplattform.de mit einer ähnlichen Masche auf Kundenfang. Die damalige Firma B2B Technologies Chemnitz GmbH befindet sich nach Auskunft oben genannter Seite momentan in Liquidation.

Was kann man tun?

Ist man einmal in die Abofalle getappt, kann Habibi ziemlich lästig werden. Es folgen Mahnungen und Zahlungsaufforderungen. Nicht selten werden auch Anwälte beauftragt, die bei den Betroffenen Druck machen. Berichten zu Folge wurden auch schon Mahnbescheide verschickt. Wichtig ist: Ruhe bewahren und nicht voreilig zahlen. Ein Anwalt kann die Angelegenheit einschätzen und die vermeintliche Forderung qualifiziert zurückweisen. Bei bestrittenen Forderungen darf kein Schufa-Eintrag erfolgen. Sollten Betroffene einen gerichtlicher Mahnbescheid per Post zugestellt bekommen, muss unbedingt die Widerspruchsfrist von zwei Wochen beachtet werden. Bei Fragen stehen Ihnen unsere Experten gerne zur Verfügung. (RaS)

Rechtsanwalt Rafael Struwe arbeitet seit 2013 in freier Mitarbeit für die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE mit Schwerpunkt Verkehrsrecht.

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