Internetrecht

Abofalle beim Online-Shop Yatada

Auf „yatada.de“ wird Unternehmern eine große Auswahl sehr günstiger Waren aus Insolvenzen und Restbeständen zum Kauf angeboten. Das Unternehmen YATADA UG wirbt damit, dass man diese Ware anschließend „mit einem unglaublichen Gewinn“ weiterverkaufen kann.

Zahlungsaufforderung in Höhe von 240 Euro

Nach der Anmeldung wird der Nutzer aufgefordert einen Betrag von 240 Euro an das Unternehmen zu zahlen.

Auf der Zahlungsforderung finden sich folgende Hinweise

  • Dem Nutzer wird unmissverständlich klar gemacht dass Betrugs- und Täuschungsversuche zur sofortigen Strafanzeige und zur Einleitung eines Strafverfahrens bei der zuständigen Staatsanwaltschaft führen.
  • Dem Nutzer wird „nochmal“ vor Augen geführt, dass er einen wirksamen Vertrag abgeschlossen hat und sich zur Zahlung einer Grundgebühr in Höhe von 240 Euro verpflichtet hat. Weiterhin wird ausgeführt, dass der Nutzer dem Vertrag zugestimmt hat, indem er seine Daten auf der Webseite eingegeben hat und den Button „Jetzt kaufen“ betätigt hat.
  • Betont wird auch, dass sich der Hinweis auf die Entgeltpflicht unstreitig auf der Anmeldeseite befindet und zusätzlich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufgeführt wird.
  • Schließlich wird darauf aufmerksam gemacht, dass die Verträge mit Unternehmern geschlossen werden und Verbraucherschutzvorschriften, wie das Fernabsatzrecht und das Widerrufsrecht, nicht anwendbar sind. Dies soll auch für den Fall gelten, dass der Nutzer sich wahrheitswidrig als Unternehmer ausgegeben hat.

Verdacht auf Betrug

Diese strengen Hinweise sind in der Form sehr ungewöhnlich und es hegt sich der Verdacht, dass es sich hierbei um eine ähnlichen Betrug handelt wie bei den Websites der Firma JW Handelssysteme.

Wer in eine Abofalle getappt ist, sollte sich unbedingt dagegen wehren. Wichtig ist, dass er sich unmittelbar an einen Rechtsanwalt oder eine Verbraucherzentrale wendet. Oft gibt es einen Weg, der Abofalle zu entrinnen.

Ein Verbraucher sollte sich auch nicht von dem Trick beeindrucken lassen, dass die Restpostenangebote sich bewusst nur an Unternehmer richten. In den meisten Fällen wurde darauf nicht ausreichend hingewiesen, gerade um Verbraucher in eine Kostenfalle durch Drücken des „Jetzt anmelden“ Buttons zu locken.

Aus diesem Grunde wurde die JW Handelssysteme GmbH vom Landgericht Leipzig mit Urteil vom 26.07.2013 Az. 08 O 3495/12 zum Unterlassen verurteilt. Mehr Infos gibt es in den untenstehenden Links.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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