Internetrecht

150 Millionen – Google investiert in europäischen Journalismus

In der Vergangenheit gab es etliche Auseinandersetzungen zwischen Google und europäischen Verlagshäusern. Kern des Konfliktes zwischen Google und den europäischen Verlagen war meistens die Frage, ob und wie Google die Verlage entlohnen muss oder soll, wenn der Suchmaschinenbetreiber kleine Teile bestehender Artikel oder Bilder innerhalb der Suchmaschinenergebnisse anzeigt. Regelmäßig entlohnt Google die Verlagshäuser hierbei bislang nicht.

50 Millionen - Google investiert in europäischen Journalismus© ferkelraggae-Fotolia

50 Millionen – Google investiert in europäischen Journalismus© ferkelraggae-Fotolia

Google hat nun bekannt gegeben, dass der digitale Journalismus in Europa gefördert werden solle. Dafür plant das Internetunternehmen insgesamt 150 Millionen Euro  in den europäischen Journalismus zu investieren. Ziel sei es hochwertigen Journalismus im digitalen Zeitalter weiterführen zu können. Dafür werde Google laut Manager Carlo D’Asaro Biondo „Hand und Hand mit Verlegern und Organisationen arbeiten, um zu helfen, nachhaltigere Modelle für Nachrichten zu entwickeln“.

Stärkere Berücksichtigung der Verlegerinteressen

Darüber hinaus soll eine Arbeitsgruppe gegründet werden, in der Google gemeinsam mit Vertretern von Medien- und Verlagshäusern zukünftige Entwicklungen vorantreiben möchte. Zu Beginn gehören der Arbeitsgruppe acht renommierte Medien- und Verlagshäuser an.  Aus Deutschland beteiligt sind die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die „Zeit“. Bisherige Teilnehmer aus dem europäischen Ausland sind „Financial Times“, „The Guardian“, „NRC Media“, „Les Echos“, „El Pais“ und „La Stampa“.  Anscheinened können sich auch andere Unternehmen um Förderungen bewerben. Ziel des Austausches der Arbeitsgruppe sei es die Bedürfnisse der Verleger stärker in den Google-Produkten zu berücksichtigen.

Das Projekt läuft unter dem Namen „Digital News Initiative“. Abzuwarten bleibt, ob die Zusammenarbeit zwischen Google und führenden Verlagshäusern zu gewinnbringenden innovativen Lösungen führt, die die beiderseitigen Interessen in ausreichendem Maße berücksichtigen.(NIH)

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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